Hammer: Tuchel bald Trainer in England?

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Im Gewächshaus der Gärtnerei Dischinger signierte Autorin Eva Bader ihren kürzlich erschienenen neuen Heimatkrimi „Todeströpfchen“.

Lesung

Der Mörder ist nicht immer der Gärtner

Germering – Krimis mit Lokalkolorit kommen bei den Lesern seit vielen Jahren an. Bereits zum zweiten Mal präsentierte Autorin Eva Bader im Gewächshaus der Gärtnerei Dischinger eine Premierenlesung.

Ihre oberbayerische Kriminalgeschichte ist rund um Germering, überwiegend in Gilching, und in Teilen auch in Alling angesiedelt. Rund 70 Zuhörer lauschten gebannt, wie es in der fiktiven Geschichte „Todeströpfchen“ recht schnell und kriminell zur Sache geht. 

So viel sei gleich zu Beginn verraten: Der Mörder ist nicht immer der Gärtner. Trotzdem oder genau deswegen: Die Kulisse der Premierenlesung – das Gewächshaus der Gärtnerei Dischinger – war beileibe nicht zufällig gewählt. Zwischen Astern, Chrysanthemen und sonstigen Blumentöpfen weihte Autorin Eva Bader ihre Zuhörer gleich am Anfang ihrer Lesung ein: „Wer für die zahlreichen Morde im Fünfseenland verantwortlich ist, wird schnell klar.“ Doch es stelle sich im Laufe des Geschehens, sprich bei der Lektüre dieses Krimis, immer wieder die Frage, wen es denn noch alles erwischen könnte. 

Man muss den ersten Krimi nicht gelesen habe, um den zweiten zu verstehen

In ihrem zweiten Lokalkrimi nach „Fünfzehenland“ treffen die Fans in „Todeströpfchen“ auf ihnen bereits bekannte Ermittler und sonstige Protagonisten. Und natürlich finden sie sich bei der Lektüre auch an ihnen längst vertrauten Orten in ihrer Umgebung wieder. Trotzdem ist es keine Voraussetzung, den ersten Krimi zu kennen, um im zweiten den Überblick zu behalten. 

Rund um den Gilchinger Steinberg segnen die Opfer etwas vorzeitig und unerwartet das Zeitliche, in einem Allinger Karpfenweiher sterben die Fische gleich zu Hauf. Und nach dem Genuss eines Ayurvedischen Tofu-Currys bei der Gilchinger Gesundheitsmesse spielen sich dramatische Szenen im beschaulichen Münchner Speckgürtel ab, denn: Die erlesene Speise hatte nicht nur vegane Geschmacksnoten und Ingredienzien intus, sondern auch eine gewisse tödliche Würze. 

Es gibt auch Anspielungen auf die Asylthematik

Über den Ort des Grauens purer Bürgerlichkeit legt sich nach solcherlei Giftmordanschlägen ein grauer Schleier über die Schlafgemeinde Gilching. Endlich mal was los da, möchte da so mancher einheimischer Weggefährte raunen. 

Eva Bader lässt es sich nicht nehmen, in ihrem neuen Krimi auch auf Asylbewerber, die in der Idylle im Fünfseenland Fuß fassen wollen, zumindest in einigen Nebensätzen einzugehen. Flüchtlingsunterkunft kontra Umgehungsstraße – wer spielt da wen gegeneinander aus? Da wird das Volk schnell wach. Oder einfach mal ein überzeichnetes Bild von Helikoptereltern der Neuzeit gefällig? 

All das findet, neben ein paar dahingeschiedenen Opfern, Raum zwischen den Zeilen von Eva Baders neuem Heimatkrimi. Und es gibt für jeden Leser noch eine kleine Portion Quecksilber obendrauf. Denn: Nicht alles, was ohne Obduktion auf dem ersten Blick nach Herzinfarkt ausschaut, ist tatsächlich dem Versagen dieses Organs geschuldet. Vieles entspringt der Phantasie und dem Einfallsreichtum der Autorin.

von Angi Kiener

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