Ärztecamp International

Monsunsturm gefährdet Hilfseinsatz

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Die Germeringer Physiotherapeutin Dorothea Licht hat mit dem von ihr gegründeten Hilfsverein Ärztecamp International zum wiederholten Mal einen Einsatz in Bangladesch erfolgreich beendet. Die Helfer waren auf einem Flussschiff und gerieten dabei unerwartet in Gefahr.

Germering – Es war der mittlerweile dritte Einsatz, den Dorothea Licht für die Hilfsorganisation Friendship Bangladesch absolvierte. Friendship hat sich darauf spezialisiert, medizinische Hilfe für die Ärmsten der Armen auf eigens dafür umgebauten Schiffen anzubieten. Gemeinsam mit sieben Ärzten aus ganz Deutschland war Dorothea Licht dabei erstmals auf einem Flussschiff auf einem Nebenarm des Brahmaputra eingerichtet. Das erreichte man Licht zufolge erst nach einer mühsamen achtstündigen Busfahrt auf Straßen, die jeder Beschreibung spotteten.

Hospitalschiff war bestens ausgerüstet

Vor Ort habe sich das schwimmende Hospital aber als bestens ausgestattet herausgestellt. „Es war alles da, vom OP-Saal bis hin zu einem Bereich für Krankengymnastik.“ Der Ausweichbereich für die operierten Patienten war zwar am Ufer in Form von Wellblech-Unterkunften aufgebaut worden. Und die Helfer selbst mussten aus Platzgründen auf einem angehängten Zweit-Schiff schlafen und essen. Aber auch das war Licht zufolge perfekt organisiert und eingerichtet.

Der zehntägige Hilfseinsatz verlief zunächst auch wie geplant. Schon am frühen Morgen des ersten Tages warteten am Ufer vor dem Schiff mehrere hundert Bangladeshi, die auf Kähnen zum Einsatzort gekommen waren. Sie mussten Nummern ziehen und dann geduldig auf ihre Behandlung warten – Ärzte gibt es in diesem Bereich des Landes so gut wie nicht. Die deutschen Helfer operierten, verteilten mitgebrachte Brillen und passten sie an, versuchten mit Behandlungen den Murks irgendwelcher Heiler wieder gut zumachen – und stießen dabei immer auf vor Glück strahlende Gesichter. „Das war das Schönste“, erzählt der Pasinger Urologe Florian Hassner. Er war der einzige Mann im Team und zum ersten Mal bei einem Einsatz mit dabei. Es wird nicht der letzte gewesen sein: „Die Dankbarkeit in den Gesichtern lehrt einen Demut. Es war zwar anstrengend, aber die Mühen haben sich gelohnt.“

Starker Sturm bringt Schiff in Schieflage

Der Einsatz wäre um ein Haar einem nächtlichen Monsunsturm zum Opfer gefallen, bei dem Dorothea Licht dachte: „Das überlebe ich nicht.“ Die Gewalt des Sturms hat das Hospitalschiff ans Ufer gedrängt, wobei sich die Schiffsschraube in den Randbereich bohrte und der Kahn in extreme Schräglage geriet. Das Schlaf-Schiff musste evakuiert werden, die Helfer übernachteten in den Blechhütten am Ufer. Am nächsten Morgen, so Licht, war alles vorbei: „Die Sonne strahlte, der Fluss war still. Es war gespenstisch.“ Nach einer kurzen Aufräumarbeit konnte der Einsatz fortgesetzt werden.

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