Früher wurden hier Autos verkauft. Jetzt sollen auf dem Morigl-Areal an der Landsberger Straße auf acht Etagen Wohnungen und Büros entstehen.

Germering

Morigl-Areal: Neuer Anlauf für Bebauung

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Die Bebauung des sogenannten Morigl-Areals an der Einmündung der Münchner in die Landsberger Straße geht in die zweite Runde. Weil das Bundesverwaltungsgericht den beschlossenen Bebauungsplan vor fast zwei Jahren für unwirksam erklärt hatte, wird jetzt ein neuer aufgestellt.

Germering– Vor acht Jahren meldete das Autohaus Morigl Insolvenz an. Das Puchheimer Autohaus Moser übernahm zwar den Betrieb, nutzte das angestammte Firmengelände aber nur kurze Zeit. Seitdem gammelt das, was vom Autohaus geblieben ist, vor sich hin. Der Allinger Bauunternehmer Thomas Vilgertshofer hatte zwar schon vor sieben Jahren seine Baupläne für das Areal, das er gekauft hatte, vorgestellt. Der Stadtrat stellte in der Folge einen Bebauungsplan auf. Aber gebaut wurde bis jetzt nicht ein Stein.

Denn ein Nachbar klagte von Anfang an gegen die Pläne. Das Verfahren zog sich über alle Instanzen und endete letztlich am Bundesverwaltungsgericht. Das wies den Bebauungsplan vor zwei Jahren unter anderem wegen einer falschen Berechnung der zu erwartenden Lärm-Immission zurück.

Stadtrat Germering stimmt zu

Aus dem Urteil schlussfolgerte Stadtbaumeister Jürgen Thum damals, dass sich das Problem am besten mit einem neuen, vorhabensbezogenen Bebauungsplan lösen lasse. Ein solcher wird jetzt aufgestellt. Der Stadtrat stimmte dem ohne Gegenstimme zu.

Das Grundstück hat zwar mittlerweile einen neuen Besitzer. Die Art der geplanten Bebauung und der Umgriff orientiert sich Thum zufolge aber ganz eng an den alten Plänen. Auf dem Dreiecks-Grundstück soll ein V-förmiges Gebäude mit bis zu acht Geschossen entstehen. Das oberste Geschoss wird nur an der in Richtung München liegenden Grundstücksspitze voll ausgebaut, im Westen bleibt das Gebäude siebengeschossig. Die maximale Höhe beträgt an der Grundstücksspitze 25 Meter, im Westen 22,5 Meter. Zum Vergleich: Der Neubau auf der gegenüberliegenden Seite der Landsberger Straße ist 24,9 Meter hoch.

Klage wieder möglich

Größter Unterschied im Vergleich zu den alten Plänen ist die Tatsache, dass der Eigentümer jetzt nur noch Büros (30 Prozent) und Wohnungen (70 Prozent) bauen will – anderes Gewerbe oder gastronomische Einheiten sind nicht mehr vorgesehen. Architekt Achim Hoffmann erklärte auf eine Nachfrage von Barbara Hagmann (Grüne), dass damit rund 70 bis 80 Wohnungen entstehen. Stadtbaumeister Thum ergänzte, dass er von rund 180 Menschen ausgehe, die hier künftig leben werden.

Der Investor muss sich laut OB Andreas Haas an die vor Kurzem beschlossenen Grundsätze zur sozialen Bodennutzung und zur Beteiligung an den Folgekosten halten. Ein entsprechender Vertrag wird noch ausgearbeitet.

Auf die Frage von Eike Höppner (SPD), ob gegen den neuen Bebauungsplan auch wieder geklagt werden könnte, meinte Jürgen Thum lapidar: „Ja.“ Das sei immer möglich, ergänzte OB Haas.

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