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Auf dem Morigl-Areal an der Landsberger Straße wird in den nächsten Jahren nicht viel passieren. 

In Germering

Morigl-Areal: Neuer Besitzer – alter Stillstand

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Der Allinger Baunternehmer Thomas Vilgertshofer hat das brachliegende Morigl-Areal an der Landsberger Straße verkauft. Wie es nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, das den Bebauungsplan im Dezember für unwirksam erklärte, weitergeht, steht immer noch nicht fest.

Germering – Im Dezember wies das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Revision der Stadt gegen ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofes München ab. Das Landesgericht hatte einer Nachbarsklage statt gegeben und den Bebaungsplan für das Morigl-Areal für unwirksam erklärt. Auf dem Grundstück soll ein terrassenartig abgestuftes siebenstöckiges Geschäftshaus gebaut werden.

Als Grund nannten die Münchner Richter eine falsche Berechnung der Lärmimmissionen. Der für die Stadt tätige Gutachter hatte auf der Grundlage der Gesamt-Betriebsfläche die zu erwartenden Lärmimmissionen zusammen gezählt und ein Kontingent berechnet. Dafür fehle die Rechtsgrundlage, hatten die Münchner Richter argumentiert.

Das Bundesverwaltungsgericht folgte dieser Einschätzung zwar nur teilweise. Die Revision wurde aber dennoch abgelehnt. Die Stadt erhoffte sich allerdings von der schriftlichen Urteilsbegründung eine Handlungsanweisung, wie der Bebauungsplan rechtssicher aufgestellt werden kann.

Diese Annahme hat sich als falsch herausgestellt. Stadtbaumeister Jürgen Thum: „Wir hatten uns mehr erwartet.“ Die Leipziger Richter attestieren in der Begründung den Münchner Richtern mit ihrer Einschätzung der Emissionskontingente zwar „eine verkürzte Sicht auf die Baunutzverordnung“. Allerdings teilen sie deren Einschätzung, dass es an einer inneren Gliederung des Baugebiets fehle.

Das Problem wäre aus Sicht von Stadtbaumeister Jürgen Thum am einfachsten zu lösen, wenn man einen vorhabensbezogenen Bebauungsplan aufstellen würde. Dazu müsste der Eigentümer aber genau festlegen, welche Nutzung in welchen Bereichen des Gewerbecenters geplant ist. Bislang sei dies nicht möglich gewesen, so Thum.

Die Stadt wartet jetzt ab, was der neue Eigentümer vorhabe. Klar ist aber, dass das Areal mindestens noch zwei bis drei Jahre so brach liegt wie jetzt. Und wenn ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werde, was weiter Ziel der Stadt ist, sei auch wieder mit einer Klage des Nachbarn zu rechnen.

OB Andreas Haas ergänzt auf Nachfrage, dass es eine nichtöffentliche Sitzung des Stadtrats zum Thema gegeben habe. Der Rechtsanwalt der Stadt, Joachim Krauß, habe das Urteil des Leipziger gerichts analysiert. Der Stadtrat sei sich quer durch die Fraktionen einig gewesen das Vorhaben weiterzuführen.

Bauunternehmer Thomas Vilgertshofer bestätigt, dass er das Grundstück an einen Gilchinger Geschäftsmann verkauft habe. Namen wolle er nicht nennen. Der neue Eigentümer wolle das Bauvorhaben aber in seinem Sinne weiterführen. Er fühle sich auch nach dem Verkauf noch für das Areal verantwortlich und kümmere sich darum, so Vilgertshofer. Er würde sich wünschen, dass der Schandfleck bald verschwinde und das Areal bebaut werde.

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