Staatsanwaltschaften leiten weniger Verfahren ein
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Die Verhandlung findet am Landgericht statt.

Iraker soll Syrerin missbraucht haben

Mutmaßlicher Vergewaltiger im Gericht festgenommen

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Ein seltsamer Fall von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Bedrohung beschäftigt derzeit das Landgericht München II. Auf der Anklagebank sitzt ein 50-jähriger Iraker, der zwischen 2016 und 2018 eine Syrerin schwer missbraucht haben soll.

Germering – Kurios war die Aufdeckung des Falls. Der Mann der Syrerin soll versucht haben, den Angeklagten zu erstechen. Seitdem läuft ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags. Im Rahmen der Ermittlungen wurden die Vergewaltigungs-Vorwürfe publik. Laut Anklage hatten der Angeklagte und die Syrerin eine Affäre. Die 39-Jährige wohnte seit November 2015 in der Asylbewerber-Unterkunft in Germering. Dort lernte sie den Iraker kennen.

Es kam zum Sex, jeweils in seinem Zimmer. Heimlich fertigte der Angeklagte vom Geschlechtsverkehr Videos an. Als die Syrerin im September 2016 die Beziehung beenden wollte, erpresste er sie mit der Androhung, die Videos via Facebook ihren Verwandten zu schicken. Andernfalls würde er die Videos vernichten. Von da an soll die Frau vor dem Iraker nicht mehr sicher gewesen sein. In der Gemeinschaftsküche soll er die Frau unsittlich angegriffen und ihr angeboten haben, dass er gegen die Zahlung von 5000 Euro das Video löschen würde. Die 39-Jährige zahlte jedoch nicht. Und das Drangsalieren ging weiter.

Im November 2017 soll der Mann unter Vorspiegelung einer „Überraschung“ die Frau in sein Zimmer gelockt haben. Dort bot er ihr die CD mit dem Sex-Video an und nutzte ihre Freude aus, um sie erneut zu missbrauchen.

Zu Prozessauftakt machte der Angeklagte keine Angaben. Er war als freier Mann ins Gericht gekommen. Für die Vernehmung der Frau, die insgesamt sieben Stunden dauerte, wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Doch schon bald musste ein Sanitäter anrücken, die Syrerin war zusammengebrochen. Geschehenes hatte sie so beeinträchtigt, dass sie mit der Situation vor Gericht offenbar nicht zurechtkam. Zwei Wachtmeister schleppten meterhohe Spundwände an, die zwischen die Frau und die Anklagebank zur Verdeckung des Irakers aufgebaut wurden. Nach der Vernehmung wurde der Mann festgenommen. Die Beschuldigungen wogen so schwer, dass die Richter eine Fluchtgefahr als gegeben sahen. Der Prozess dauert an.  wal

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Wegen sexuellen Missbrauchs stand nun eine Haushamerin (45) vor Gericht. Sie hatte sich und ihre fünfjährige Tochter nackt von ihrem Lebenspartner fotografieren lassen.

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