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Ein Bild aus besseren Tagen: Beim Kreiserntefest 1989 in Esting blickte der damalige Vorsitzende Leonhard Köpf (l.) noch einer rosigen Zukunft entgegen.

Traditionsverein wird aufgelöst

Nach 105 Jahren: Gartler vor dem Ende

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Germering – Die Blumen- und Gartenfreunde lösen sich zum Ende des Jahres auf. Grund: Es findet sich kein Nachfolger für den scheidenden Vorsitzenden Albert Metz.

Außerdem ist der Verein, der vor 105 Jahren gegründet wurde, überaltert.

Im Juli hätten die Blumen- und Gartenfreunde turnusgemäß einen neuen Vorstand wählen sollen. CSU-Stadtrat Albert Metz, der dem Verein seit 2007 vorsteht, hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass er definitiv nicht mehr zur Verfügung stehen werde – er hatte das Amt seit dem vergangenen Jahr nur noch kommisarisch geführt. Die Suche nach einem Kandidaten blieb ergebnislos, wie Metz jetzt auf Nachfrage berichtet. Auch für die übrigen Vorstandsposten habe es nur zwei Bewerber gegeben: Man hätte lediglich eine Schatzmeisterin und eine Schriftführerin gehabt. Nach längerer Diskussion habe man deswegen einstimmig beschlossen, den Verein zum Jahressende aufzulösen.

Das sei zwar schade, so Metz, aber das Problem sei nicht zu ändern. Zwar habe der Verein immerhin noch rund 150 Mitglieder. Aber der Altersdurchschnitt sei schon vor fünf Jahren bei 78 gelegen. Der Verein sei an dieser Entwicklung möglicherweise selbst schuld, versucht sich Metz an Erklärungen für die Entwicklung. Die Mitglieder hätten es einerseits versäumt, ihre Kinder rechtzeitig in den Verein einzubinden. Andererseits dürfe man nicht vergessen, dass die Gartenbauvereine vor über einem Jahrhundert vor allem entstanden sind, um den Obst- und Gemüseanbau und damit die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln zu stärken. Bei den heutigen Gärten handelt es sich dagegen überwiegend um Ziergärten. Metz: „Es kann keiner mehr etwas mit einem Obstbaum anfangen. Ich auch nicht.“ Außerdem seien die Gärten immer kleiner geworden. Der Verein habe sich deswegen schon die Frage stellen müssen: „Braucht’s uns überhaupt noch?“

Die Auflösung der Gartler ist also beschlossen. Aber sang- und klanglos will sich der Verein nicht verabschieden: Am Freitag, 18. November, wird es quasi als Jubiläumsveranstaltung eine „lustige Leich“ geben, wie Metz es ausdrückt. Gefeiert wird ab 15 Uhr im Amadeussaal der Stadthalle.

Versprochen wird ein unterhaltsamer Nachmittag mit dem Modarator und Landschaftsgärtner Thomas Janscheck unter dem Motto „Kreuzbirnbaum und Hollerstauden“. Er nimmt die Besucher mit einem Potpourri an heiteren Geschichten, Anekdoten, Spruchweisheiten und Zungenbrechern rund um Pflanzen mit auf eine unterhaltsame Reise mit musikalischer Begleitung.

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