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Schreckliche Erinnerungen: Bei dem Unfall auf der B2 in Germering starb ein dreijähriges Mädchen.

Mädchen (3) starb, Bub gelähmt

Todesfahrt auf der B2: Gericht spricht mildes Urteil gegen 18-Jährige

Viele werden sich an den Horror-Unfall auf der B2 erinnern: eine Dreijährige starb, Bruder und Mutter wurden lebensgefährlich verletzt. Eine 18-Jährige muss mit dieser Schuld leben. Nun fiel das Urteil.  

Update: Die Gründe für das Urteil haben wir in einem eigenen Artikel für Sie zusammengefasst. 

Germering Es war ein tragisches Unglück, das sich am Nachmittag des 31. März dieses Jahres auf der B 2 bei Germering ereignet hatte. Eine 18-jährige Fahranfängerin hatte bei der Einfahrt in die Bundesstraße einen schweren Unfall verursacht. Die Inningerin saß gestern am Brucker Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung in vier Fällen auf der Anklagebank.

Die 18-Jährige hatte erst einen Monat Fahrpraxis, als sie auf Höhe des Hagebaumarktes auf die B 2 Richtung München einfahren wollte. Dabei beging sie einen schweren Fahrfehler. Sie hatte die Kurve unterschätzt, war mit etwa 45 Stundenkilometern viel zu schnell und kam daher vom Beschleunigungsstreifen direkt auf die Fahrbahn.

Dabei drängte sie den Dacia einer Eichenauerin auf die Gegenfahrbahn, der dort nacheinander mit zwei weiteren Fahrzeugen kollidierte und Feuer fing, das dank des beherzten Eingreifens eines zufällig anwesenden Feuerwehrmanns schnell gelöscht werden konnte. Hinten im Dacia befanden sich die beiden Kinder der Eichenauerin. Die dreijährige Tochter und der 17 Monate alte Sohn der 30-Jährigen saßen beide ordnungsgemäß angeschnallt in ihren Kindersitzen. 

Alle drei wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Das Mädchen starb am Tag darauf im Krankenhaus. Der Bub ist seit dem Unfall querschnittsgelähmt. Die 30-jährige Mutter, die diverse innere Verletzungen und Knochenbrüche davongetragen hatte, mehrmals operiert werden musste und lange Zeit auf der Intensivstation lag, leidet bis heute an den Folgen der Verletzungen. Die anderen Fahrer waren leichter verletzt worden.

Die Studentin gestand ihre Schuld - Opfer-Familie will keinen Kontakt zu ihr

Die Studentin aus Inning wirkte am Dienstag äußerlich vor dem Gericht gefasst, als aber die Anklage und der Ablauf des Unfalls verlesen wurde, liefen ihr die Tränen über das Gesicht. Sie gestand ohne Wenn und Aber ihre Schuld ein. Sichtlich bewegt versicherte die junge Frau: „Wenn ich etwas für die Familie tun kann, bin ich jederzeit bereit dazu“. Doch die Familie will keinen Kontakt zu ihr, berichtete die Rechtsanwältin der 18-Jährigen.

Unfall auf der B2 bei Germering

Die Verhandlung war kurz. Zeugen und Gutachter waren nicht geladen. Die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe schlug vor, die Tat nach dem Jugendstrafrecht zu ahnden und die 18-Jährige zu einer Leseweisung zu verurteilen. Dabei muss die junge Frau ein geeignetes Buch lesen und sich mit dem Inhalt intensiv auseinandersetzen. 

Staatsanwältin und Verteidigerin stimmten dem Vorschlag zu, die Jugendrichterin entsprach ihm. Auch wenn die Staatsanwältin überzeugt war, die Angeklagte „hat es sicher nicht so gewollt, wie es passiert ist“, war sie nicht bereit, die 18-Jährige straflos davonkommen zu lassen, wie die Rechtsanwältin vorgeschlagen hatte. Jedoch sei die Leseweisung ausreichend. „Die junge Frau hat genug mit den Folgen zu kämpfen.“ Auch Richterin Anna Kappenschneider war sich sicher: „Sie wird das ein Leben lang mit sich herumtragen.“

sus

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