Der Schulsanitätsdienst gehört mit zu den Angeboten des Jugendrotkreuzes.
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Der Schulsanitätsdienst gehört mit zu den Angeboten des Jugendrotkreuzes.

Ortsgruppe des Jugendrotkreuzes ist vor 50 Jahren gegründet worden

Nachwuchs-Sanitäter feiern Jubiläum

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Kinderlachen und geschäftiges Treiben herrschen normalerweise nachmittags im BRK-Haus an der Dorfstraße. Schon ganz kleine Rotkreuzler laufen durch die Räume und üben sich in Erster Hilfe, basteln und beschäftigen sich mit spannenden Themen.

Germering – Wie in allen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens ist hier seit Wochen allerdings pandemiebedingt Ruhe angesagt. Dennoch war das Jahr 2020 ein besonderes für die Ortsgruppe des Jugendrotkreuzes (JRK): Sie feierte ihr 50-jähriges Bestehen.

Das JRK ist für viele Germeringer Familien ein Begriff. Schließlich ist es ein wichtiger Bestandteil des Stadtlebens. Es ist unter anderem beim Ferienprogramm der Stadt, bei Sanitätsdiensten, beim Blutspendedienst und anderen Projekten wie dem Schulsanitätsdienst aktiv.

Aktuell gibt es sechs JRK-Gruppen. Die rund 50 Kinder im Alter von fünf bis 27 Jahren treffen sich normalerweise wöchentlich in den Jugendräumen des BRK-Hauses an der Dorfstraße. Dass es die Nachwuchsorganisation des BRK in Germering gibt, ist Kurt Haban zu verdanken. Er hatte die Idee, die Jugend im Roten Kreuz besonders zu unterstützen und gründete am 25. Juni 1970 eine Jugendgruppe.

Diese bestand zunächst aus 15 Mitgliedern. Anfänglich trafen sich die Kinder in der Kerschensteiner Schule, dann im alten Feuerwehrhaus und seit 1977 in der Dorfstraße. Anfänglich hatte dort die Jugend im Keller ihre Gruppenräume. Als 2009 dann die Räumlichkeiten im ersten Stock renoviert waren, konnten eigene Räume gestaltet und bezogen werden.

Von Anfang an standen einem Bericht des BRK zufolge Fachkenntnisse in altersgerechter Erster Hilfe auf der Agenda. Aber Freundschaften knüpfen gehörte auch schon immer zum Programm. Gemeinsam kochen, Feste feiern und verreisen steht heute immer noch auf dem Plan.

Zudem hat sich das Jugendrotkreuz als Nachwuchsorganisation für das Bayerische Rote Kreuz entwickelt. Viele der Aktiven wenden sich nach Beendigung der Zeit im JRK den anderen Gliederungen des BRK zu und leisten ehrenamtliches Engagement in den Bereitschaften, der Wasserwacht oder der Gemeinschaft für Wohlfahrt und Soziales. Einige aktive und manchmal auch ehemalige JRK-Mitglieder engagieren sich als Gruppenleiter des Nachwuchsbereiches.

Jörg Duda, Geschäftsführer des Bayerischen Jugendrotkreuz, bewertet das Jubiläum so: „50 Jahre JRK Germering heißt auch, dass seit 50 Jahren Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen eine Heimat im Roten Kreuz finden. In Gruppenstunden, bei Freizeitmaßnahmen an Wochenenden und in Ferien engagieren sich junge Menschen für das Gemeinwohl.“ Kinder und Jugendliche lernten laut Duda im Verband außerhalb von Schule in Eigenverantwortung und Mitbestimmung, sich ihr Jugendrotkreuz zu gestalten und sich für sich, ihre Gruppe und andere selbstwirksam einzusetzen. Zusätzlich zu ihrem Fachwissen erlernen sie auch Sozialkompetenzen, die sie in ihrem alltäglichen Leben gut einsetzen könnten. Die Kindergruppen, die in den 2000er-Jahren entstanden, sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des JRK.

Heute besteht das örtliche Jugendrotkreuz aus sechs Gruppen mit Mitgliedern im Alter von fünf bis 27 Jahren. Bei wöchentlichen Gruppenstunden werden sie in Erster Hilfe und sozialen Themen ausgebildet. Finanziert werden die Aktivitäten aus den Beiträgen der Fördermitglieder des Bayerischen Roten Kreuz, durch Zuschüsse des Kreisjugendrings sowie der Stadt, aber auch durch Einnahmen aus Sanitätsdiensten und dem Glückshafen.

Ein großer Teil der Gruppenstunden besteht weiter darin, sich auf Wettbewerbe vorzubereiten. Und hier können die Germeringer richtig punkten. 2019 schafften die Kinder der Altersgruppe drei beim bayerischen Landeswettbewerb den Sprung auf Platz zwei. Dabei mussten Aufgaben in den Bereichen Erste Hilfe, Rot-Kreuz-Geschichte, Musikalische Darstellung und Allgemeinwissen bewältigt werden.

Wie andere Vereine hat auch der BRK das Problem, die jungen Aktiven bei der Stange zu halten. Daniela Palme, Leiterin der Jugendarbeit im Kreisverband, sieht dies so: „Die Herausforderung besteht in dem Alter, in dem die Kinder weiterführende Schulen besuchen oder in die Arbeitswelt eintreten. Wir gehen jedoch mit gutem Beispiel voran und zeigen, welche tollen Möglichkeiten das JRK bietet.“ Die geplante große Jubiläumsfeier hätte hier Argumente liefern können. Sie wurde wegen Corona abgesagt, soll aber in diesem Jahr nachgeholt werden.

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