Münchner beteuert seine Unschuld

Germeringerin verschickt „heißes Foto“ an Ex - dann sprechen sie Nachbarn darauf an

Wie gefährlich es sein kann an Bekannte, Freunde oder Verflossene freizügige Bilder zu verschicken, musste eine junge Frau schmerzhaft erfahren. 

Germering Ein an ihren ehemaligen Lebensgefährten und Vater ihres Kindes mittels WhatsApp versandtes Nacktfoto von ihr kursierte wenig später in ihrem Bekanntenkreis. Selbst von Nachbarn sei sie auf das Foto angesprochen worden, beklagte die Germeringerin nun am Brucker Amtsgericht.

Auch eine Puchheimerin auf der Anklagebank

Auf der Anklagebank saßen ihr einstiger Lebensgefährte, ein 27-jähriger Münchner, und eine frühere Freundin, eine 22-jährige Puchheimerin. Dem Mann wurde vorgeworfen, das Foto an die Mitangeklagte weitergeschickt zu haben. Das brachte ihm eine Anklage wegen der Verletzung des persönlichen Lebensraums durch Bildaufnahmen ein. 

Die Puchheimerin wiederum saß wegen der Verletzung des Urheberrechts vor dem Richter. Sie soll das Foto einer weiteren Freundin gezeigt haben.

Eine dritte Frau soll Foto verschickt haben

Beide Angeklagten bestritten die Vorwürfe. Es stand zwar fest, dass die Puchheimerin das Foto auf ihrem Smartphone hatte. Klar war auch, dass es ihr vom Smartphone des Mitangeklagten gesendet worden war. Doch der junge Mann beteuerte: „Ich habe das nicht getan.“ 

Die Puchheimerin sorgte für Aufklärung: Eine frühere Freundin, die mit dem Münchner eine gemeinsame Nacht verbracht habe, habe ihr das Foto geschickt. Sie habe sich das Handy des Angeklagten geschnappt, als dieser gerade unter der Dusche stand, und das Nacktfoto weitergeleitet.

Am Ende lediglich Strafe für eine üble Beleidigung

Die so beschuldigte Frau, die als Zeugin geladen war, stritt dies vehement ab. Für den Richter war letztlich nicht zu klären, wer das Foto wann wem gesandt und gezeigt hatte. Fraglich war für ihn auch, ob das Foto überhaupt geschützt war. Denn die Germeringerin hatte es versandt, als sie mit dem Angeklagten gar nicht mehr zusammen war. Die beiden wurden daher freigesprochen.

Der angeklagte Münchner aber kam trotzdem nicht ungestraft davon, er hatte nämlich, als er das Foto auf seinem Smartphone erhalten hatte, seine Ex, ebenfalls mittels WhatsApp, als Nutte bezeichnet. Was er auch nicht bestritt und vor Gericht sogar noch einmal wiederholte. „Für mich ist sie eine Nutte und bleibt sie eine Nutte“ betonte er.

Für diese Beleidigung muss er nun eine Geldstrafe von 400 Euro bezahlen (20 Tagessätze zu je 20 Euro).

sus

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