+
Das Areal südlich der Tennishallen (links) soll aus Sicht des BN als Baugebiet ausgewiesen werden. Hier gibt es auch schon Wohnhäuser. 

Bebauungsplan zwischen Augsburger- und Schmiedstraße 

Naturschützer setzen auf grünen Stadtrand

  • schließen

Der Bund Naturschutz (BN) setzt sich für den Erhalt der unbebauten Flächen nördlich der bestehenden Tennishallen an der Schmiedstraße ein. So könne die Stadt einen Ausgleich für die zunehmende Versiegelung der Böden schaffen.

Germering– Der Stadtrat hat erst vor kurzem eine Veränderungssperre für das Gebiet zwischen der Augsburger Straße, dem Hochrainweg und der Schmiedstraße beschlossen. Damit sollen aus Sicht der Stadt ungewollte Entwicklungen auf dem Gelände der FTG-Tennishallen verhindert werden (siehe Kasten). Gleichzeitig hat der Stadtrat beschlossen, einen Bebauungsplan für das Gebiet aufzustellen. Ziel ist eine Ausweisung als Misch- und Wohngebiet.

Der Bund Naturschutz hat dieses Vorgehen jetzt begrüßt. Es sei richtig, dass die Stadt so die künftigen Vorstellungen des Inhabers der Anlage oder eines Investors im Sinne der Allgemeinheit beeinflusst, schreibt die Kreisvorsitzende Eugenie Scherb. Sie weist aber auch darauf hin, dass es sich bei dem Areal um eine absolute Stadtrandlage handelt, die aus stadtökologischer Sicht nicht bis ans Äußerste bebaut werden sollte. Die dort bestehenden Grünflächen stellten eine sinnvolle Vernetzung zur angrenzende freien Landschaft zwischen Germering und Puchheim dar.

Dieses Trenngrün sei vor allem für den Luftaustausch zwischen Siedlungs- und Landschaftsraum von Bedeutung. Dessen Vernetzungsfunktion zwischen Naturlebensräumen in und außerhalb der Stadt sei in den vergangenen Jahren aber mit dem Bau der B 2-Umgehung und dem des Handwerkerhofs bereits nachhaltig beeinträchtigt worden.

Der BN setzt sich deswegen dafür ein, dass nördlich der Tennishallen und des Vereinsheims des TC Unitas keine weiteren Bauflächen ausgewiesen werden. Auf diese Weise würde wenigstens für die Westseite der Augsburger Straße ein ansprechender Ortsrand möglich werden. Lediglich der südliche Bereich sollte Baugebiet werden. Es sei aber fraglich, so Eugenie Scherb, ob eine Wohnbebauung angesichts des bestehenden Lärms und der Abgase in diesem Bereich mit dem Ziel einer guten Lebensqualität in Einklang gebracht werden könne.

Teppichlager weiter möglich

Die vom Stadtrat verhängte Veränderungssperre für das Areal der Tennishallen wird möglicherweise am kommenden Dienstag erstmals gelockert werden. Die Mitglieder des Umwelt-, Planungs- und Bauausschusses entscheiden dann in öffentlicher Sitzung (18 Uhr, Rathaus), ob der Betreiber eine der leer stehenden Hallen in eine Lager- und Verkaufsstätte für Online-Teppichhandel verwandeln darf. Das Bauamt beurteilt eine entsprechende Anfrage des Betreibers positiv. Eine Veränderungssperre bedeute nicht, dass keinerlei Vorhaben durchgeführt werden dürfen. Die Lager- und Verkaufshalle stehe dem öffentlichen Interesse nicht entgegen. Es seien keine übermäßigen Verkehrs- und Lärmentwicklungen zu erwarten. Eine Umnutzung zu einer Eventhalle – dies war der Anlass für die Sperre – sei weiterhin nicht möglic.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Brucker machen ihre City schmucker
Verkehr und Abgase sind zwar nicht aus der Innenstadt zu bekommen. Trotzdem versucht zumindest Franz Höfelsauer alles, um „die Verweildauer in Brucks City angenehmer zu …
Brucker machen ihre City schmucker
Gräber in Emmering werden teurer
In Emmering sollen die Gebühren für den Gemeinde-Friedhof erhöht werden. Das hat für eine heftige Diskussion im Ausschuss gesorgt.
Gräber in Emmering werden teurer
Sozialdienst auch wirtschaftlich erfolgreich
Der Sozialdienst bewegt sich in ruhigem Fahrwasser. Den Verlust von 5778 Euro im vergangenen Jahr schätzt Vorstand Georg Sedlmeier „absolut akzeptabel“. Auch aus Sicht …
Sozialdienst auch wirtschaftlich erfolgreich
Der Bahnhof ohne Kiosk
Sie sind Sehnsuchtsorte und Verkehrsknotenpunkte: unsere Bahnhöfe. Tagtäglich nutzen sie mehrere tausend Pendler, um zur Arbeit, zur Schule oder in andere Orte zu …
Der Bahnhof ohne Kiosk

Kommentare