Frauke Stechow koordiniert jetzt dieGermeringer Asylfragen.

Im Germeringer Rathaus

Neue Fachstelle für die Integration von Flüchtlingen

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Die im städtischen Sozialamt angesiedelte Fachstelle für Integration ist ausgeweitet worden. Neben dem Leiter Manuel Leupold ist ab sofort Frauke Stechow für den Bereich Asyl zuständig.

Germering – Vor sieben Jahren hat die Stadt die Fachstelle für Integration eingerichtet. Sie wird seitdem von Manuel Leupold geleitet. Die anfängliche Teilzeitstelle – Leupold kümmerte sich zunächst 15 Stunden pro Woche um Integrationsfragen – ist vor zweieinhalb Jahren in eine Vollzeitstelle umgewandelt worden. Die Stadt reagierte damals auf den gestiegenen Ausländeranteil seit der Einführung der Stelle: 2010 waren es noch elf Prozent, zu Beginn des Jahres 2015 16 Prozent. Der folgende dramatische Anstieg der Flüchtlingszahlen drückte diese Zahl weiter nach oben. Wie Leupold im aktuellen Integrationsbericht mitteilt, sind es aktuell 18,6 Prozent.

Die Stadt hat jetzt auch personell darauf reagiert und eine zusätzliche Halbtagesstelle für Asylfragen geschaffen. Als Koordinatorin und Ansprechpartnerin wurde Frauke Stechow eingestellt. Sie ist mit der Thematik als ehrenamtlich Engagierte des Helferkreises, der sich zunächst um die Flüchtlinge in der Max-Born-Turnhalle und dann in der Unterkunft an der Industriestraße kümmerte, bestens vertraut.

Zu den Aufgaben von Stechow gehören unter anderem die Organisation von Hausaufgabenbetreuung und Sprachkursen, aber auch die Konzipierung neuer Integrationsmaßnahmen in den Unterkünften. Auch um die Rekrutierung von weiteren ehrenamtlichen Helfern soll sie sich kümmern. Frauke Stechow ist zudem die offizielle Vertreterin von Leupold als Fachkraft für Integration.

Konkrete Integrationsprojekte sind Leupold zufolge derzeit Maßnahmen zur beruflichen Integration. Seine Fachstelle bietet hier seit dem vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen der Stadt immer wieder zeitlich befristete Praktikumsplätze an. Das Angebot stoße auf reges Interesse, berichtet Leupold. Bisher seien 26 Personen in berufsorientierenden Praktika und 15 in Minijobs oder Jobs mit Übungsleiterpauschale vermittelt worden. Besonders erfreulich ist laut Leupold, dass sechs Flüchtlinge mittlerweile in einem festen Arbeitsverhältnis untergebracht worden sind, oftmals nachdem sie zuvor ein Praktikum absolviert hatten.

Gemeinsam mit dem Wirtschaftsverband sollen die Angebote nach und nach ausgeweitet werden. Ein erster Informationsabend für Betriebe und Unternehmen fand dieser Tage statt.

Bürokratische Hürden bei der Beschäftigung von Asylbewerbern

Auf der einen Seite stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, ausreichend Mitarbeiter zu akquirieren – auf der anderen Seite sind in den vergangenen Jahren viele Menschen mit Wissen nach Deutschland gekommen. Ein großer Teil ist auf der Suche nach Beschäftigung. 

Dieses Thema hat der Wirtschaftsverband zusammen mit der Fachstelle für Integration der Stadt Germering aufgegriffen. Bei einer Informationsveranstaltung im Restaurant Mythos sind Vertreter aller verantwortlichen Stellen zusammengekommen, um Gewerbetreibenden und Interessierten die Eckpunkte und Grundlagen für die Beschäftigung von Asylbewerbern zu erläutern. 

Thomas Epp, verantwortlich für Flüchtlinge beim Landratsamt, gab den etwa 40 Besuchern zunächst einen Überblick über die rechtlichen Grundlagen. Dazu gehörten Anerkennungsverfahren für Flüchtlinge, Voraussetzungen zum Erhalt einer Arbeitserlaubnis, Besonderheiten zu den unterschiedlichen Herkunftsländern, Voraussetzungen zur Einstellung und Beschäftigung und Unterscheidung zwischen Facharbeitern, Auszubildenden und Hilfsarbeitern. 

Dabei wurde schnell deutlich, dass es zur Beschäftigung von Flüchtlingen keine einfache und einheitliche Antwort gibt. Für die erforderliche Unterstützung wurden daher die betroffenen Ansprechpartner benannt. Auch im anschließenden Erfahrungsbericht eines Flüchtlings aus Syrien wurden die Herausforderungen bekräftigt. Obwohl er schon seit einigen Jahren in Deutschland lebt und die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erteilt ist, stehen weitere Hürden bevor. So wird aktuell in Deutschland die fünfjährige Ausbildung zum Elektriker aus Syrien nicht anerkannt

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