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Eine Dornier-Maschine hebt vom Flughafen in Oberpfaffenhofen ab. Bald könnte es diesen Anblick öfter geben.  

Produktion der Do328

Oberpfaffenhofen: Angst vor mehr Fluglärm

Lange war es ruhig um den Flughafen in Oberpfaffenhofen – jetzt sorgen Pläne der amerikanischen Sierra Nevada Company für Aufregung. Das US-Unternehmen will die Do328 wieder fertigen – womöglich in Oberpfaffenhofen.

Oberpfaffenhofen – Piloten loben das letzte ausschließlich in Deutschland entwickelte und gebaute Verkehrsflugzeug in den höchsten Tönen. Doch 2005 wurde nach der Pleite von Dornier die Produktion eingestellt. Jetzt soll ein Neustart gelingen. Die amerikanische Sierra Nevada Company (SNC) hat die Firma 328 Support Service am früheren Dornier-Standort Oberpfaffenhofen übernommen. Und sie hat mit der – 26 Jahre nach dem Erstflug nicht mehr ganz neuen, aber immer noch zeitgemäßen – Flugzeugkonstruktion Großes vor. Deren künftige Endmontage soll in Deutschland stattfinden. Über den genauen Produktionsstandort ist noch nicht entschieden. Die Do328-Heimat Oberpfaffenhofen ist aber, wie Nico Neumann, der Leiter für Wartung und Produktion der 328, bestätigt, im Rennen.

Der Gilchinger Verein Fluglärm, in dem das Germeringer Pendant „Germeringer gegen Fluglärm“ aufgegangen ist, rechnet mit einer Zunahme der Lärmbelastung, sollte die Do328 tatsächlich in Oberpfaffenhofen gefertigt werden. Momentan sind dort 9725 Starts und Landungen pro Jahr erlaubt. Die Überwachung dieser Zahl und die Messung der Lärmemissionen ist die Hauptaufgabe des Vereins.

„Sollte es so kommen, werden die erlaubten Flugbewegungen pro Jahr sicherlich ausgereizt“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Rudolf Ulrich. Momentan liege die Zahl noch darunter. „Der Lärm wird zunehmen“, befürchtet der Gilchinger Vereins-Chef.

Die Fluglärm-Gegner beschäftigt aber noch ein anderes Thema. Nachdem ein Konsortium im vergangenen Jahr den Flughafen gekauft hat, befürchtet der Verein ein riesiges Gewerbegebiet auf dem Areal. Rund 40 Hektar, die der Gemeinde Gauting gehören, könnten laut Ulrich sofort bebaut werden. „Das gigantische Baurecht macht uns große Sorgen“, sagt Ulrich. (Von Tobias Gehre) 

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