Die Pandemie hat auch die Kirchengemeinden verändert. Das Foto zeigt Pastor Thomas Scheitacker von der Freien evangelischen Gemeinde bei einer Online-Veranstaltung.
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Die Pandemie hat auch die Kirchengemeinden verändert. Das Foto zeigt Pastor Thomas Scheitacker von der Freien evangelischen Gemeinde bei einer Online-Veranstaltung.

Pfarrer zieht Zwischenbilanz

Pandemie hat die Kirchengemeinde verändert

Germering – Mittlerweile leben die Menschen in Deutschland schon fast ein Jahr mit der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen. Pastor Thomas Scheitacker von der Freien evangelische Gemeinde (FeG) zieht eine Art Zwischenbilanz.

Christliche Gemeinden sind laut Scheitacker auch maßgeblich von gelebter menschlicher Gemeinschaft, persönlicher Begegnung, Gesprächen, gemeinsamen Feiern und Aktivitäten geprägt. Weil dies gegenwärtig nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist und war, mussten Gemeinden nach neuen, kreativen Wegen suchen, um weiterhin ihren Auftrag in der Gesellschaft ausführen zu können: Glaube, Hoffnung und Liebe weiterzugeben. „Aufgeben stand nie zur Option“, sagt Pastor Scheitacker und fügt hinzu: „Vor allem jetzt in der Krise gibt die christliche Botschaft Halt, Zuversicht und zeigt, dass es weitergeht. Wo Christus ist, gibt es Hoffnung.“

Bereits im März vergangenen Jahres begann die Freie evangelische Gemeinde mit digitalen interaktiven Gemeindeveranstaltungen, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben. Auch die bereits bestehenden Gruppen stellten sich im zurückliegenden Frühjahr fast alle auf digital um, so dass nur wenige Veranstaltungen ausfallen mussten. Scheitacker ist erstaunt, dass sowohl Angebote für Kinder als auch für Senioren online funktionieren. Die Digitalisierung habe vor niemand Halt gemacht: „Selbst über 80-Jährige legten sich auf einmal E-Mail-Adressen zu, lernten mit dem Computer umzugehen und nahmen an Online-Veranstaltungen teil.“ Manche Treffen werden aus Sicht des Pastors digital besser genutzt als früher, bei anderen ist die Teilnahme geringer.

Corona habe auch im Gemeindeleben viel verändert und vieles in Frage gestellt. Es sei nötig gewesen, die bewährten Wege kritisch zu reflektieren. „Ich bin froh, dass gegenwärtig mit entsprechendem Hygienekonzept Präsenzgottesdienste stattfinden dürfen, und freue mich auf jede weitere Lockerung, die hoffentlich wieder mehr Normalität ins Gemeindeleben zurückbringt“, so Scheitacker weiter. Er ergänzt: „Digitale Veranstaltungen können vieles auffangen, manches ergänzen und bereichern, aber ich merke, wie sich Menschen wieder auf reale Begegnungen freuen und sich danach sehnen. Ich hoffe, dass dies kein Dauerzustand bleiben muss.“

Nach wie vor sei die Pandemie eine Herausforderung für das Gemeindeleben und sicherlich wird sie das auf absehbare Zeit auch noch bleiben. „Aber gerade jetzt zeigt sich, ob die christliche Botschaft der Nächstenliebe, des Füreinander Einstehens, der gegenseitigen Hilfe und Rücksichtnahme oder der Hoffnung auch gelebt wird“, erklärt Thomas Scheitacker.

Seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres habe er selbst deutlich mehr Zeit am Telefon verbracht als vorher. Er habe damit begonnen, sich auf digitale Veranstaltungsformate einzulassen oder vor Videokameras zu sprechen: „Weil es die Menschen wert sind, suchen wir nach kreativen und neuen Wegen zu den Leuten.“ Dieser Prozess werde auch nach Corona nicht vorüber sein, sondern werde die Pastoren der Freien evangelischen Gemeinde sicherlich auch nach der Pandemie weiterbegleiten.

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