Petra Heyne fährt in Germering die schweren Tanklöschfahrzeuge. 

Feuerwehrehrung

Pionierin unter den Feuerwehrfrauen

Alle Jahre wieder ehrt der Landkreis verdiente Feuerwehrleute. Heuer gab es beim Festabend eine Premiere: Erstmals wurde eine Frau für 25 Jahre aktiven Dienst geehrt – aber auch ein männlicher Kamerad wurde besonders hervorgehoben.

Fürstenfeldbruck – Petra Heyne ist Maschinistin und damit Fahrerin der schweren Tanklöschfahrzeuge bei der Feuerwehr Germering. Die 51-Jährige erinnert sich noch gut an ihre Anfänge. „Ich war damals zwar nicht die erste Frau bei den Germeringern, aber die dienstälteren sind altersbedingt mittlerweise schon ausgeschieden.“ Ihr Bruder hatte sie damals motiviert, zur Feuerwehr zu gehen und sich ausbilden zu lassen.

Das neue Germeringer Feuerwehrhaus machte es möglich. Dort wurden – damals ganz fortschrittlich – eigene Duschen und Toiletten für Frauen eingebaut. Josef Schwarz, Kreisbrandinspektor a.D. und damals Kommandant in Germering, hatte massiv für Frauen bei der Wehr geworben. Und damit den Grundstein gelegt, dass es heute 18 Feuerwehrfrauen in der Stadt gibt.

Frauen bei der Feuerwehr hätten sich absolut bewährt. „Sie haben eine ganz andere Hand, wenn es darum geht, Verletzte zu beruhigen und zu betreuen“, so der ehemalige Kommandant. Mit Schaudern denkt Petra Heyne an ihren ersten Einsatz zurück: Es war ein schwerer Verkehrsunfall, auf dem Auto war der Aufkleber angebracht: „Wer bremst verliert“.

Gnadenloser Kassier und emsiger Spendensammler

Außergewöhnliches ist auch Matthias Drexl von der Feuerwehr Dünzelbach gelungen. Er hatte sich nach Hubert Stefans Worten als „gnadenloser Kassier und emsiger Spendensammler“ für die Anschaffung eines besseren Fahrzeuges hervorgetan. „Für die kleinen Ortsteilfeuerwehren sind eigentlich nur je 40 000 Euro für Neuanschaffungen von Feuerwehrautos vorgesehen“, erklärte der Bürgermeister von Moorenweis, Joseph Schäffler.

Das war den Kameraden im Ortsteil Dünzelbach aber zu wenig. Und so sammelten sie unter der Regie von Drexl vorwiegend bei örtlichen Firmen Geld für ein Tanklöschfahrzeug. „Nach der Begleichung der Rechnung in Höhe von rund 100 000 Euro blieb sogar noch Geld übrig“, schmunzelte Hubert Stefan am Ehrungsabend.

Mit Landrat Thomas Karmasin sowie den Kreisbrandinspektoren Hans Hintersberger und Jörg Ramel nahm der Kreisbrandinspektor im Landratsamt Auszeichnungen für zahlreiche Kameraden im 25- und 40-jährigen Feuerwehrdienst vor.

Im Auftrag des Innenministers gab’s für die 35 Feuerwehrler ein Ehrenzeichen samt Urkunde. Für besonders langjährige Dienste von 40 Jahren spendiert der Freistaat dazu einen Gratis-Aufenthalt im Feuerwehr-Erholungsheim St. Florian in Bayerisch Gmain. Einige Orte legen von sich aus noch einen Geldbetrag drauf, damit die Feuerwehrkameraden ihren Ehepartner in den Urlaub mitnehmen können.

Dass viele Feuerwehrleute so lang bei der Stange bleiben, führt Hubert Stefan auf die professionelle Ausbildung, gute Ausstattung und Technik zurück. „Dabei ist es auch wichtig, den Feuerwehrdienst attraktiv zu gestalten und nicht nur die Aktiven zu begeistern, sondern auch um Nachwuchs zu werben“, so der Kreisbrandrat.

Weiteren Kameraden wurde für besondere Verdienste vom Landesfeuerwehrverband ein silbernes Ehrenzeigen an die Brusttasche der Uniform gesteckt. (mjk)

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