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Den Neujahrsempfang im Roßstall nutzte CSU-Ortschef Oliver Simon für ein besonderes Dankeschön an CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt. Hasselfeldt, die nicht mehr für den Bundestag kandidiert, habe sich als Stimmkreisabgeordnete immer auch besonders für Germering eingesetzt, sagte Simon. Auch wenn Germering künftig einem neuen Wahlkreis angehöre, hoffe man weiter auf den Rat Hasselfeldts.

Neujahrsempfang der CSU

Politik muss Abgehängte ernst nehmen

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Germering - Die Verunsicherung der freiheitlichen Gesellschaft durch Terroristen und die Krise der parlamentarischen Demokratie standen im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der CSU im Roßstall.

Oliver Simon stand zum ersten Mal als Ortsvorsitzender bei einem Neujahrsempfang auf der Roßstall-Bühne. Unter den Besuchern konnte er neben Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, der ein treuer Besucher dieser Empfänge ist, auch einen eher seltenen Gast begrüßen: CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt. Die Stimmkreisabgeordnete des Wahlkreises Dachau/Fürstenfeldbruck kandidiert bekanntlich nicht mehr für den Bundestag und wurde von Simon schon jetzt mit einem dicken Blumenstrauß und viel Dank für ihren Einsatz auch für Germering verabschiedet.

Hasselfeldt und Bocklet, aber auch alle anderen anwesenden Politiker unterschiedlicher Parteien, durften sich in den anschließenden Gedanken zum neuen Jahr der Politik- und Sozialwissenschaftlerin Ursula Münch immer wieder direkt angesprochen fühlen. Die Direktorin der Akademie für politische Bildung Tutzing machte vor allem auch den Umgang der Volksparteien gegenüber den Abgehängten für die Krise des poltischen Systems und das Anwachsen populistischer Parteien verantwortlich: „Es ist blamabel, dass sich die Parteien erst jetzt mit den Zurückgesetzten und den Nichtwählern auseinandersetzen.“ Dabei sei politische Lethargie keineswegs unumkehrbar, so Münch.

Keine Lösung ist aus Sicht von Münch aber die immer öfter geäußerte Forderung nach direkter Demokratie: „Wir brauchen weiterhin politische Repräsentanten.“ Im Grundgesetz stehe ganz klar, dass die Staatsgewalt vom Volk ausgehe, nicht dass das Volk die Staatsgewalt ausübe.

Die Volksparteien sind aus Sicht der Politologin gefordert, die Menschen, die sich aus der Politik verabschiedet haben, ernst zu nehmen und sie anzusprechen. Ganz wichtig ist dabei aus ihrer Sicht, dass man ihnen erklärt, was die freiheitliche Demokratie vor allem ist: „Eine Erfolgsgeschichte.“

Einen anderen Umgang als im vergangenen Jahr erwartet sich Münch von der Politik angesichts der Terrorgefahren auch beim Thema Freiheit und Sicherheit: „Über diese Super-Grundrechte müssen wir immer wieder diskutieren. Und zwar ehrlicher als 2016. Ohne die üblichen semantischen Verschwurbelungen der Politiker.“

kg

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