Fühlt sich gut an: OB Andreas Haas (r.) testet den neuen Barfußpfad. Neben ihm steht Integrationsbeauftragte Feri Ershadi-Zimmermann, die sich zuvor beim Kneippen erfrischt hatte. Thomas Wieser vom Umweltamt der Stadt (l.) war ebenso mit dabei, wie Vertreter des Bauhofs und mehrere Stadträte. 

Naherholung am Germeringer See

Probelaufen auf dem Barfußpfad

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Der Barfußpfad am Germeringer See ist freigegeben. Seit gestern können sich Besucher direkt neben der Kneipp-Anlage ein ungewohntes Sinneserlebnis für die nackten Fußsohlen gönnen.

Germering – Das Wetter war wie bestellt: Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel vermittelten am See schon um 8 Uhr morgens ein Vorgefühl auf den nahen Sommer. Die ersten passionierten Kneipp-Gäste stolzierten schon durch den kalten Bach der Anlage, als OB Andreas Haas die neue Attraktion im Naherholungsgeländes offiziell eröffnete. Zuvor hatte der Rathauschef Schuhe und Socken ausgezogen, die Hosenbeine hochgekrempelt und den Barfußpfad selbst getestet.

Erst kneippen, dann spazieren

Alleine blieb er dabei nicht: Zahlreiche Vertreter des Bauhofes, der die Anlage in Eigenregie gebaut hat, dessen Leiterin Monika Schindler sowie viele Stadträte taten es ihm gleich. Ganz Unerschrockene wie Integrationsreferentin Feri Ershadi-Zimmermann absolvierten vorher noch einen Kneipp-Gang, ehe sie die unterschiedlichen Untergründe des Pfades erkundeten.

Die Einrichtung eines Barfußpfades am See war schon vor über drei Jahren von der damaligen CSU-Stadträtin Claudia Wiedemann – sie war jetzt bei der Einweihung mit dabei – beantragt worden und dann vom Bauausschuss auch beschlossen worden. Dass es mit der Umsetzung so lange gedauert hat, hat mehrere Gründe. Laut Thomas Wieser, im Bauamt für Umweltangelegenheiten zuständig, habe man zunächst vergeblich einen Standort für einen üblichen Barfußpfad gesucht, der wie ein Weg angelegt sei und große Flächen benötige. Davon sei man dann abgekommen und habe stattdessen die kompakte Variante auf der kleinen Fläche neben der Kneipp-Anlage in Angriff genommen.

Die ersten Pläne eines Projekts mit zwölf nebeneinander liegenden Feldern mit einer Größe von jeweils einem mal zwei Meter wurden dann im Bauausschuss vorgestellt und diskutiert. Dabei kristallisierte sich ein weiteres Problem heraus. Normalerweise läuft man in Barfußpfäden auf losen Materialien. Wegen der Nähe zu den Grillplätzen habe man dies aber verwerfen müssen, erinnerte Wieser. Man befürchtete einerseits, dass am Rande von Grillfesten zerbrochene Flaschen im Barfußpfad landen könnten. Die Gefahr, Glasscherben im Untergrund zu übersehen, sei groß. Außerdem wäre die Reinigung viel aufwändiger und schwieriger gewesen. Jetzt könne man sie einfach mit einem Besen zusammen kehren. Auch die Möglichkeit, dass brennbare Materialien in einem Lagerfeuer landen, konnte nicht ausgeschlossen werden.

Die jetzt gefundene Lösung mit fest verbauten Materialien überzeugt aber dennoch. Vor allem auch, weil einige der Flächen aussehen – und sich auch so anfühlen –, als seien sie mit Holzbohlen gefüllt. Die Auskunft von Bauhofseite, dass es sich dabei um besonders behandelte Beton- und Keramikteile handle, überraschte nicht nur den barfuß mitschreibenden und mittestenden Merkur-Vertreter (Kasten). Der Preis für die Anlage hält sich übrigens in Grenzen: 7500 Euro haben die Konstruktion und die Füllmaterialien gekostet.

Ein Selbstversuch:

Wer den Pfad reihum abschreitet, betritt nach dem Aufgang aus holzähnlichen Keramikstrukturen zunächst ein Feld mit Steinfliesen. Es folgt eine erste sensorische Wohltat in Form einer Metallfläche mit herausragenden Noppen. 

Ein Feld weiter prickelt es nicht weniger unangenehm in den Füßen: Was aussieht wie loser Kies, entpuppt sich als feste Fläche einer nach einem speziellen Verfahren behandelten großen Menge an Split. Auf dieser Fläche liegt fest verankert der halbierte Stamm einer Rubinie. 

Dass der Baum ursprünglich an der Wittelsbacher Straße stand, mag selbst der sensibelste Barfußgänger nicht erahnen. Rubinien spielen auch auf dem Mittelfeld der Anlage eine Rolle: Hier ragen die geschälten zwei Meter langen Stämme allerdings nach oben und dienen als Halt, wenn man die auf dem Boden aufgesetzten kleinen Pfähle mit aufliegenden Holzscheiben entlang balanciert. 

Eine Herausforderung für den Barfußgänger sind neben unterschiedlich angeordneten Halbröhren aus Beton auch wie große Pilze aussehende Propfen. Ihre Oberfläche besteht aus dem selben Material wie die modernen Fallschutz-Böden auf Spielplätzen. Wer das Gleichgewicht verliert und auf dem etwa 20 Zentimeter tiefer liegenden Untergrund Fuß fassen muss, hat auch nichts zu befürchten: Er besteht aus dem selben angenehm weichen Material.

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