Es ist eine gestellte Szene: Lisa Beringer (BRK-Bereitschaft Olching) leistet bei Oliver Labsch (Bereitschaft Germering) Erste Hilfe. Adrian Krebs (Fürstenfeldbruck) und Sabrina Schwaiger (Germering) eilen zur weiteren Hilfe herbei.
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Es ist eine gestellte Szene: Lisa Beringer (BRK-Bereitschaft Olching) leistet bei Oliver Labsch (Bereitschaft Germering) Erste Hilfe. Adrian Krebs (Fürstenfeldbruck) und Sabrina Schwaiger (Germering) eilen zur weiteren Hilfe herbei.

Aktion vor der Stadthalle

Reanimations-Flashmob in Germering: Erste Hilfe leisten kann einfach sein

  • VonHans Kürzl
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Erste Hilfe zu leisten kostet Überwindung und schreckt viele ab. Die Rot-Kreuz-(BRK)-Bereitschaft Germering zeigte deswegen mit einer besonderen Aktion vor der Stadthalle, wie einfach es ist, Mitmenschen zu helfen.

Germering – In der Stadthalle war der BRK-Blutspendedienst vertreten. Vor der Stadthalle veranstaltete die Orts-Bereitschaft eine eher spontane Aktion. „Reanimations-Flashmob“ nannten die Helfer ihr Projekt, mit dem unter anderem für das Leisten von Erster Hilfe geworben werden sollte. Musikalisch war das ganze mit dem Sound des Kultfilms „Saturday Night Fever“ unterlegt. Auch das sorgte dafür, dass die Aufmerksamkeit nicht nur der Menschen geweckt wurde, die nebenan zum Blutspenden gingen.

„Das ist schon so gewollt“, erklärt Alexander Becker, Leiter der BRK-Bereitschaft. Man müsse den Menschen klarmachen, dass Erste Hilfe leisten mit einem Defibrillator für jeden möglich ist. „Man kann da nichts falsch machen“, betont Becker. Das Gerät funktioniere selbsterklärend. „Den einzigen Fehler, den man machen kann ist der, nicht zu helfen“, schiebt Becker mit Nachdruck hinterher.

BRK-Bereitschaftsleiter Alexander Becker zeigt einen Defibrillator.

Und so mimt Beckers Stellvertreter Oliver Labsch das Opfer, das am Platz vor der Stadthalle zusammenbricht. Lisa Beringer, die vom BRK Olching unterstützend dazu gekommen ist, stellt gewissermaßen die Ersthelferin dar. Die Kulisse drumherum wird gebildet von ein paar Neugierigen, vor allem aber von denjenigen Menschen, die ihren Blutspendetermin in der Stadthalle hinter sich gebracht haben. „Die sind dem BRK gewogen“, so Becker. Deshalb habe man bewusst beide Aktionen zeitgleich gesetzt, um Publikum zu haben.

Das spielt gewissermaßen mit, indem es zusieht, wie Beringer Erste Hilfe leistet – und eindringlich in die Runde blickt und mehrfach bittet, den Notruf zu wählen. „Das zu tun ist das Mindeste“, erklärt Germerings Bereitschaftsleiter Becker. Selbst wer befürchte, zu einem gestellten Unfall gekommen zu sein, könne zumindest die Leitstelle informieren.

Gar nicht zu reagieren, sei die schlechteste aller Möglichkeiten, ergänzt Labsch, der aber bei Unfallereignissen zwei besondere Gruppen auf dem Kieker hat: Gaffer und Sensationshungrige. „Null Verständnis dafür, vor allem wenn die einen Einsatz behindern“, sagt Labsch. Vor Ort einschreiten oder sich aufregen, gehe aber nicht. Als Rettungskraft müsse man sich auf den Verletzten konzentrieren.

Darüber hinaus aber hat die Aktion mit dem „Reanimations-Flashmob“ noch einen weiteren Hintergrund. Knapp 30 Aktive zählt die Germeringer BRK-Bereitschaft. „Für uns sind mit der Corona-Pandemie einige Aufgaben dazu gekommen.“ Becker will damit sagen, dass die Aktion auch der Mitgliederwerbung dient. Jugendlichen könne man eine gute Ausbildung anbieten, der aktive Einsatz vor Ort sei aber erst ab 18 Jahren möglich.

Die Defibrillatoren der Stadt werden durch eine spezielle App angezeigt. Diese zeigt auch aktuell auf, welche Geräte gerade zugänglich sind. Zehn Stück gibt es derzeit an öffentliche Stellen – unter anderem im Foyer der Stadthalle und im Rathaus.

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