Treten in der Stadthalle erstmals gemeinsam auf: Anna Katharina und Prinz Chaos.  

Germering

„Rebellische Saiten“ erobern die Stadthalle

Beide stammen aus dem Landkreis, und beide haben sich Meriten in der deutschen Musikszene erworben. Jetzt machen die ehemalige Schandmaul-Geigerin Anna-Katharina Kränzlein und der Liedermacher Florian Kirner  alias Prinz Chaos gemeinsame Sache. Als „Rebellische Saiten“ geben sie ihr Premieren-Konzert in der Stadthalle.

Germering – Der Name des Duos ist Programm: Rund 50 Saiten erklingen nämlich, wenn Kränzlein und Prinz Chaos die Bühne betreten. Die Puchheimerin spielt neben der Geige nämlich auch noch Cello, Bratsche und Drehleier. Und der aus Eichenau stammende Kirner haut neben der Gitarre auch noch in die Saiten einer Mandoline und einer Thüringer Waldzither. Alles handgespielt und „keinerlei technisches Klimbim“, wie Prinz Chaos verspricht.

Auf den ersten Blick liegt eine Zusammenarbeit der beiden Musiker nahe. Schließlich war der Landtagsabgeordnete Herbert Kränzlein, der Vater der Geigerin, Trauzeuge von Kirners Eltern. Kurioserweise kannten sich die beiden Kinder jedoch lange Zeit nicht persönlich. „Meine Mutter hat schon immer wieder erzählt, was Florian so macht“, berichtet Anna Kränzlein. Kontakt zu dem Liedermacher hat sie aber erst nach ihrem Ausstieg bei Schandmaul aufgenommen.

„Es war an der Zeit, neue Wege zu gehen und neue Einflüsse zu suchen“, sagt sie. Über Facebook nahm sie Kontakt zu Prinz Chaos auf, der auf seinem südthüringischen Schloss Weitersroda seit acht Jahren das Paradiesvogelfest für Liedermacher veranstaltet. Kontakte in den Landkreis hat der ehemalige Schüler des Brucker Graf-Rasso-Gymnasiums ohnehin noch: Seine Eltern leben nach wie vor in Eichenau.

Vor nicht ganz einem Jahr trafen sich Kränzlein und Kirner dann. „Es hat von Anfang an gepasst“, sagt Kränzlein. Kirner ergänzt: „Anna kann jetzt Dinge auf ihren Instrumenten machen, die im rockmusikalischen Kontext von Schandmaul kaum hörbar wären.“ Aber auch der Liedermacher beschreitet neue Wege. „Im Zusammenspiel mit Anna kann ich anders spielen, als wenn ich alleine von der Melodieführung bis zum Gesang alles bieten muss.“

„Musikalisch verschmelzen unsere Einflüsse zunehmend“, sagt Kirner. Einflüsse aus dem Folk und dem Liedermacher-Genre sind ebenso zu erkennen, wie aus der Klassik. Kein Wunder, sagt Kränzlein: „Schließlich komme ich aus der klassischen Musik.“ Zwei gemeinsame neue Songs hat das Duo bereits geschrieben. Beim Konzert werden die beiden aber ebenso Werke von Kistlers aktueller CD „Väter & Söhne“ wie auch von Kränzlein komponierte Schandmaul-Lieder spielen.

Bei letzteren handelt es sich um Lieder, „die mir einfach wichtig sind“, sagt die Geigerin. Sie wird sie darum auch selbst singen. Die Arrangements der Rocksongs dürften sich bei den „Rebellischen Saiten“ aber deutlich von Schandmaul unterscheiden. „Ich will nicht nur einfach die Gitarre nachspielen, das würde viel zu dünn klingen“, sagt Kirner. Stattdessen habe man die Songs in ein neues Gewand gepackt, die Schwung und Kraft der alten Interpretationen aber nicht verlieren sollen.

Über eine gemeinsame CD haben die beiden Musiker auch bereits nachgedacht. Einen konkreten Termin für eine Veröffentlichung gibt es aber noch nicht. In allzu weiter Ferne soll das zwar nicht liegen, wie Kränzlein sagt. „Aber erst einmal wollen wir viel live spielen, das ganze muss schließlich wachsen“, erklärt die Geigerin. Bei einigen, kleineren, zuvor nicht angekündigten Auftritten hat das Duo das Zusammenspiel bereits erprobt.

Am 24. November folgt nun ab 19.30 Uhr die Premiere mit dem ersten, großen Auftritt der „Rebellischen Saiten“. „Es ist natürlich cool, dass wir dieses Konzert in unserem Heimatlandkreis spielen können“, sagt Kränzlein. Und Kirner hofft, „dass viele alte und neue Freunde kommen werden.“ (ad)

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