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13 Hamburger Schüler und zwei Lehrer machten sich auf den Weg – und ihre erste Station war in Germering. Barbara Paech (hinten links) organisierte Essen und Unterkunft. Für den Abendimbiss sorgte Stefan Greil, Koch der Wittelsbacher Schule. Pfarramtssekretärin Gabriele Leindl von der Bonhoefferkirche (2.v.l.) kümmerte sich ums Frühstück.

Hamburger Schüler übernachten in Kirche 

Rollende Abenteurer starten in Germering

Germering – Sie wollen bis nächsten Mittwoch auf ihren Nordic-Cross-Skates rund 250 Kilometer zurücklegen: 13 Schüler der Hamburger Stadtteilschule Winterhude kamen am Montag in Germering an. Von dort aus traten sie einen Tag später ihre ungewöhnliche Reise an.

Das Schulprojekt heißt „Eine Herausforderung meistern“. Die Stadt Germering leistete den Hamburger Schülern Starthilfe. Denn Barbara Paech vom Germeringer Rathaus war vom Hamburger Lehrer Arvid Bollmann kontaktiert worden: „Bestünde die Möglichkeit, dass eine Gruppe von 13 Schülern und zwei Lehrern irgendwo in Germering die Isomatten ausrollen und übernachten kann?“

Was hinter dieser ungewöhnlichen Anfrage steckt, das wollte Paech nun genauer wissen – und fragte nach. Das Projekt ist Teil des Unterrichts der 8. bis 10. Klassen. Im Fall der 13 Hamburger Mädchen und Jungen sieht die Herausforderung wie folgt aus: Sie müssen von München aus bis Liechtenstein rund 250 Kilometer auf Nordic-Cross-Skates bewältigen und dabei täglich 25 bis 30 Kilometer zurücklegen. Nordic-Cross-Skaten ist eine Mischung aus Inlineskating und Nordic-Walking – die Schüler fahren mit Stöcken und können entsprechend Tempo machen.

Am Montagabend kamen die Schüler und ihre Lehrer Hanna Jaeger und Arvid Bollmann mit dem Zug am Münchner Hauptbahnhof an. „Dort haben wir Spenden gesammelt, um Tickets nach Germering lösen zu können“, erzählt ein Schüler. 90 Euro kamen zusammen – die Fahrt nach Germering war gesichert. Dort hatte Paech Mitglieder der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche mobilisiert, die dann die erste Unterkunft für die Schüler im Jugendkeller des Gemeindehauses bereitstellten. Die Stadt spendierte das Abendessen für die hungrigen Hamburger: Stefan Greil von der Wittelsbacher Schule servierte Leberkäs, Fleischpflanzerl, Kartoffelsalat, Brezen. Und ein bisserl Bairisch gab’s gleich dazu: „Fleischpflanzerl sind Frikadellen“, erklärte Paech.

„Morgen werden wir Richtung Ammersee weiterfahren“, erzählt Sportlehrer Bollmann. Natürlich geht es erst gut gestärkt weiter: „Das Frühstück spendiert die Pfarrei“, verspricht Pfarramtssekretärin Gabriele Leindl.

„Jeder Schüler hat pro Tag nur fünf Euro zur Verfügung. Das ist wenig, aber es reicht“, sagt Bollmann. Er begleitet das Hamburger Projekt „Eine Herausforderung bestehen“ schon seit elf Jahren und seine Schüler kamen bisher immer ans Ziel. Er weiß: Die Gruppe wird nicht nur körperlich an ihre Grenzen stoßen, sondern auf dieser etwas anderen Reise auch zwischenmenschliche Herausforderungen zu meistern lernen.

von Angi Kiener

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