Mühsamer Weg nach unten: Ein Cineplex-Mitarbeiter befördert Sebastian H. in die Tiefgarage des GEP.

Aufzug bleibt stecken

Rollifahrer in Not - keine Hilfe unter 112

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Germering - Ein Rollstuhlfahrer, der das Cineplex-Kino im Einkaufszentrum GEP besucht hat, hat eine unerfreuliche Erfahrung gemacht: Der Aufzug fiel aus und die Rettungsleitstelle weigerte sich, Helfer zu schicken.

Was als schöner Sonntagsausflug aus dem benachbarten Planegg ins Germeringer Kino begann, endete für den im Rollstuhl sitzenden Sebastian H. mit einem Schrecken: Als er sich nach der Kinovorstellung, die er mit seinem Vater besuchte hatte, auf den Weg zur Tiefgarage machte, blieben sie an Ort und stelle im Aufzug stecken: Der Lift bewegte sich nicht.

Wie Vater Jürgen H. schildert, half auch der im Aufzug gedrückte Notrufknopf nicht weiter. Der Mitarbeiter des Notdienstes habe nach Schilderung der Lage einfach aufgelegt.

Noch schlimmer war aus Sicht des Vaters aber dann die Erfahrung mit der Rettungsleitstelle. Kino-Mitarbeiter hätten die 112 gerufen in der Hoffnung, das dann die Feuerwehr zu Hilfe kommt. Nach unten tragen lasse wollte sich der querschnittsgelähmte Sebastian H. zunächst nicht, weil er bei so einer Aktion schon einmal gestürzt war und deswegen Angst hate. Die Antwort der Leitstelle war dann umso niederschmetternder: Die Anfrage sei mit der Begründung abgewiesen, dass nicht klar sei, wer für die Einsatzkosten aufkommt.

Aus Sicht der Leitstelle haben die Kosten aber nie eine Rolle gespielt, wie Referatsleiterin Heidi Harnisch berichtet. Das Gespäch sei auf Band gespeichert, man habe das nachgeprüft. Für die Leitstelle habe es sich nicht um einen Notfall gehandelt, das sei der einzige Entscheidunggrund gewesen. Die Mitarbeiter des Kinos hätten ja schon vorher angeboten, den Mann nach unten zu tragen. Dass dieser davor Angst gehabt habe, habe bei der Entscheidung keine Rolle gespielt.

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