Willi Hörmann steht als Requisiteur Josef Bieder unerwartet vor einem vollen Saal. Was er daraus macht, ist sehens- und hörenswert.

Vor der Premiere

Roßstall-Urgestein kehrt noch achtmal auf die Bühne zurück

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 Fast 30 Jahre hat Willi Hörmann das Roßstalltheater als Schauspieler, Regisseur, Intendant und auch handwerkender Hausmeister geprägt. 

Germering –Im vergangenen Sommer kündigte der 73-Jährige dann etwas überraschend seinen Rückzug von der Bühne an. Er sei müde und ausgelaugt, begründete er damals im Gespräch mit dem Merkur diesen Schritt.

Am Freitag, 9. März, kehrt Willi Hörmann etwas überraschend auf die Bühne zurück – allerdings nur achtmal. Dann ist wirklich Schluss. Er spielt das Ein-Personen-Stück „Die Sternstunde des Josef Bieder“ von Otto Schenk in der Bearbeitung von Eberhard Streul. Auch für Regie, Bühnenbild und Technik ist Willi Hörmann verantwortlich. Lediglich die Rolle der Souffleuse kann er nicht selbst übernehmen. Hier steht ihm Melanie Schade bei. Den Wunsch, dieses Stück zu spielen, habe er schon seit Jahren. In den vergangenen Monaten sei die Idee gereift, mit „Der Sternstunde des Josef Bieder“ die Bühnen-Karriere zu beenden: „Das wollte ich mir schenken.“

Die „Revue für einen Theaterrequisiteur“, so die offizielle Bezeichnung, eignet sich dafür bestens. Denn das Stück ist nicht mehr und nicht weniger als eine Liebeserklärung an das Musik- und Sprechtheater. Autor Otto Schenk gilt als einer der ganz großen Opern-Regisseure der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Stück spielt im Theater – und zwar in einer absurden Situation.

Der Requisiteur Josef Bieder kommt auf die Bühne, um eine Inszenierung des „Bajazzo“ vorzubereiten. Völlig erstaunt stellt er fest, dass der Saal gefüllt ist. Ein Irrtum? Nein. Er geht ins Publikum und lässt sich die Eintrittskarten zeigen. Alles völlig korrekt. Was dann kommt, kann man getrost als geniale Idee bezeichnen. Der Theaterangestellte kommt mit dem Publikum ins Gespräch und gibt zu erkennen, dass er selbst eigentlich Sänger werden wollte. Er entpuppt sich als wahrer Kenner der Opern-Szene und gibt Geheimnisse großer Dirigenten preis, die er aus nächster Nähe bei den Proben studieren konnte. Anekdoten, die einen zum Lachen bringen und Einblicke über das Leben auf und hinter der Bühne runden die fast eineinhalb Stunden ab.

Willi Hörmann, das macht der Besuch einer Probe mehr als klar, ist diese Rolle auf den Leib geschneidert. Er kann hier seine erzkomödiantische Ader noch einmal in vollen Stücken ausleben. Leider nur begrenzt. Denn wenn nach der achten Vorstellung am 7. April der Vorhang fällt, hat Willi Hörmann der Bühne tatsächlich für immer Adieu gesagt. 

Termine

Nach der Premiere am 9. März ist Willi Hörmann noch am 18., 23., 24. und 25. März sowie am 6. und 7. April zu sehen. Karten können unter Telefon (089) 8 41 47 74 (Anrufbeantworter) reserviert werden.

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