Soll künftig über Freiham bis nach Germering f ahren: die Münchner U-Bahn.

Gespräche mit München

Rückenwind für Germeringer U-Bahn-Pläne

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CSU-Ortschef Oliver Simon ist vor vier Jahren für seine Forderung, die Münchner U-Bahn über Freiham nach Germering verlängern zu lassen, noch belächelt worden. Auch ein entsprechender Vorstoß der Stadt blieb weitgehend folgenlos. Jetzt scheint sich das Blatt gewendet zu haben: Die Landeshauptstadt befürwortet die Idee.

Germering – Die Landeshauptstadt scheint die Große Kreisstadt entdeckt zu haben, die direkt vor ihren Toren liegt. Vor wenigen Tagen erst machten Münchner Stadträte von CSU und SPD ihre Idee eines Badesees und möglicherweise auch Hallenbads zwischen Freiham und Germering publik. Jetzt wird bekannt, dass München ebenfalls eine Verlängerung der U-Bahn nach Germering ins Auge fasst.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Christian Müller, sagt: „Das mögliche Erholungsgebiet wäre ein weiterer Grund, dieses Projekt zu forcieren.“ Prinzipiell hält es Müller aus umweltpolitischen Gründen für nicht sinnvoll, die U-Bahn in Freiham enden zu lassen.

So sieht das auch OB Dieter Reiter (SPD): „Ich stehe allen Ideen aufgeschlossen gegenüber, durch die verhindert wird, dass jeden Tag Tausende Pendler aus der Region München mit dem eigenen Pkw in die Stadt fahren.“ Allerdings müssten natürlich Fragen wie technische Machbarkeit oder Finanzierung geklärt werden.

Dritter Bürgermeister Helmut Ankenbrand (SPD) hat die Tatsache, dass sich jetzt auch die Landeshauptstadt für eine Verlängerung der U-Bahn bis Germering einsetzt, mit großer Freude zur Kenntnis genommen. Allerdings sei München bisher noch nicht mit der Stadtspitze in Kontakt getreten. Positiv überrascht vom Münchner Vorstoß sei er vor allem, weil die Landeshaupstadt bisher eher zurückhaltend auf die Germeringer Vorstellungen reagiert habe. Die Große Kreisstadt hat immerhin schon vor dreieinhalb Jahren die Verlängerung der U 5 über Freiham hinaus bis Germering gefordert.

Gespräche über die U-Bahn auf Verwaltungsebene

Ankenbrand, der zurzeit den urlaubenden OB Andreas Haas (CSU) vertritt, berichtet aber auch, dass es schon im Vorjahr auf Verwaltungsebene erste Gespräche wegen der U-Bahn-Verlängerung gegeben habe. Stadtwerkeleiter Roland Schmidt – er ist in Germering für den ÖPNV zuständig – und Stadtbaumeister Jürgen Thum haben sich laut Ankenbrand deswegen schon zweimal mit Vertretern des MVG getroffen. Es gibt auch ein konkretes Ergebnis der Gespräche: Vertreter des Planungsreferates der Landeshauptstadt werden am 22. Oktober im Germeringer Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss die Überlegungen zur U-Bahn-Verlängerung vorstellen. Stadtbaurätin Elisabeth Merk wird allerdings nicht mit dabei sein.

Außer der ungeklärten Kostenfrage – die Rede ist von ähnlichen Kosten wie beim 750 Millionen Euro teuren Ausbau zwischen Pasing und Freiham – ist auch die Zeitschiene noch in keinster Weise absehbar. Derzeit endet die U5 am Laimer Platz. Der Baubeginn für den 3,8 Kilometer langen Abschnitt bis nach Pasing mit drei neuen Bahnhöfen ist für 2021 vorgesehen. Für die Bauzeit werden sechs bis acht Jahre anberaumt. Erst danach wird der 4,5 Kilometer lange Abschnitt von Pasing bis Freiham (vier neue Bahnhöfe) in Angriff genommen. Mit einer Inbetriebnahme dieser Strecke wird zwischen 2035 und 2040 gerechnet. Bis zum Zielbahnhof Germering ist also auch zeitlich gesehen noch ein unendlich weiter Weg.

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