St. Martin

Ruhestandspfarrer will wieder predigen

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Germering – Die Unruhe in der Pfarrei St. Martin wegen der Beendigung der Seelsorge-Mithilfe von Pfarrer i.R. Josef Weinsteiger (78) hält an. Weinsteiger legt Wert darauf, dass er nie gesagt habe, er wolle keine Gottesdienst mehr halten.

Der Streit um die Weiterbeschäftigung von Ruhestandspfarrer Weinsteiger geht auf einen Vorfall im Juni zurück. Weinsteiger, der regelmäßig Abendgottesdienste in St. Martin hielt, verlas während der Messe eine Erklärung, die sich gegen Kirchenmusiker Christian Schramm richtete. Er habe sich dagegen gewandt, dass Schramm mit seiner Gottesdienstgestaltung der Musik mehr Gewicht als dem Wort einräume. Stadtpfarrer Andreas Christian Jaster stufte diesen Vorfall im Gespräch mit dem Münchner Merkur als „Er hat ihn abgekanzelt“ ein. Diese Einschätzung sei richtig, sagte Weinsteiger jetzt: „Ja, das stimmt.“

Es sei aber nicht richtig, dass er in einem Gespräch mit Pfarrer Jaster nach dem Vorfall gesagt habe, dass er keine Gottesdienste mehr halten wolle (siehe Kasten). Der Merkur hat dies vor einer Woche so gemeldet. 

Auslöser des kurzen Berichts war die Tatsache, dass am Rande der Sonntagsgottesdienste Unterschriften für den weiteren Einsatz des Ruhestandspfarrers gesammelt wurden. Mittlerweile sind so mehrere hundert Unterschriften zusammengekommen, berichten Teilnehmer der Aktion, die sich jetzt an diese Zeitung wandten. Ziel der Initiatoren ist es, dass Ruhestandspfarrer Weinsteiger wieder Gottesdienste halten darf.

Stadtpfarrer Jaster hat unserer Zeitung gegenüber gesagt, dass er es nicht dulden könne, wenn Weinsteiger so mit einem Mitarbeiter der Stadtkirche umgehe. Sämtliche Schlichtungsversuche seinerseits seien ergebnislos geblieben. 

Weinsteiger selbst habe sich ans erzbischöfliche Ordinariat gewandt, weil er sich ungerecht behandelt fühlte. Das Ordinariat habe dann seine Seelsorge-Mithilfe-Stelle, so heißt das offiziell, zum 30. September beendet. 

Pfarrer i.R. Weinsteiger hofft auch nach diesen Querelen auf eine gütliche Einigung. Einem klärenden Gespräch mit Jaster und Schramm stehe er nicht entgegen: „Wir sind doch Christen.“

„Ich habe mich im Ordinariat um Mediation bemüht“

Pfarrer i.R. Josef Weinsteiger hat zur Berichterstattung im Münchner Merkur eine Stellungnahme verfasst, die wir hier hier ungekürzt veröffentlichen: 

„Nicht nur eine Person hat Unterschriften gesammelt, sondern ein Unterstützerteam. 

Mit Mail vom 25. Juni hat Pfarrer Jaster mir mit folgendem Satz „…Dann ist es so, dass Du keine Sonntagsgottesdienste mehr hältst,...“ solche in St. Martin zu leiten verboten. Ich habe nie behauptet, dass ich keine Gottesdienste mehr halten will. Denn wozu dann Unterschriften sammeln? 

Nachdem viele Vermittlungsversuche vergebens waren, habe ich mich um Mediation ans Ordinariat gewandt. Der dafür Zuständige hat dann Herrn Jaster und mich für ein Gespräch zu sich eingeladen. Das lehnte Herr Jaster ab. Erst dann hat das Ordinariat mich zum Ende des Monats September entpflichte

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