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Angeregt diskutiert wurde Sandra Maischbergers (r.) Film von der Gleichstellungsbeauftragten Renate Konrad (l.). 

In Germering

Filmvorstellung: Sandra Maischberger live im Cineplex

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Kino regt zum Nachdenken darüber an, was Traditionen oder was man dafür hält, bewirken können. Das ist Thema des Filmes „Nur eine Frau“.

Germering Produziert hat ihn die bekannte TV-Moderatorin Sandra Maischberger. Jetzt präsentierte sie den Streifen im Cineplex Kino.

Die Botschaft des Films fasst Maischberger, so zusammen: „Wir müssen ein Bewusstsein schaffen, dass falsch gelebte Traditionen nicht gut sind.“ Deswegen hat sie sich des Ehrenmordes angenommen, der 2005 in Berlin auf offener Straße an der 23-jährigen Deutsch-Kurdin Hatun Aynur Sürücü ausgeübt wurde.

Es ist das dritte Werk, das Maischberger in einer Mischung aus Dokumentation und Spielfilm anlegt. Thematisch hatte sie sich in den ersten beiden Filmen mit dem Ersten Weltkrieg und dem Dritten Reich auseinanderhgesetzt. „Ich wollte etwas aus der Jetzt-Zeit bringen“, erklärte sie den Besuchern im „Cineplex“.

Doris Hebler gehört dazu. Die 38-jährige ist ebenfalls überwältigt: „Welche Aktualitöt und welche Härte dieses Thema hat.“ Auch die Zerissenheit der jungen Deutsch-Kurdin macht im Kinosaal nachdenklich – die Zerrissenheit zwischen dem Band zur eigenen Familie und den innigen Wunsch nach Eigenständigkeit. „Das ist das Problem. Mal liebe ich sie, dann hasse ich sie, dann liebe ich sie wieder“, lassen Regisseurin Sherry Hormann und Produzentin Maischberger die junge Frau sagen.

Im Film stellt der Ehrenmord die Schlussequenz dar, ansonsten zeigt der Film, welches Leben in der 23-jährigen steckte. Als Stilmittel lässt man sie aus dem Off, aus der anderen Welt zum Publikum sprechen. „Das Opfer sollte selber eine Stimme haben“, erklärt Maischberger. Die Schauspieler hätten diesen Film gelebt, alle hätten einen Migrationshintergrund. „Für alle lag die Trennlinie zwischen Fudamentalismus und Menschenrecht.“  hk

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