Wie ist die Luftqualität? Das wird bald an zehn Standorten in Germering ermittelt. Symbolfoto: Jan Woitas / dpa

Sensoren an zehn Standorten

Schadstoffe in Luft: Jetzt wird gemessen

Wie stark ist die Luft in Germering mit Schadstoffen belastet? Um diese Frage zu klären, sollen ab September an zehn Standorten in der Stadt Messungen vorgenommen werden. Die von einem Spezialunternehmen durchgeführten Tests dauern ein Jahr.

Germering – Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Schadstoffe in der Luft sieht die Stadt die Messungen als ersten Schritt zur Verbesserung der Luft- und somit auch der Lebensqualität in Germering. An insgesamt zehn Standorten, verteilt quer über die Große Kreisstadt, werden Sensoren aufgestellt, die feststellen sollen, wie es um die Luftqualität bestellt ist.

Damit wurde das Münchner Unternehmen Hawa Dawa beauftragt. Die Spezialfirma misst, wie viel Feinstaub, Stickstoffdioxid, Kohlenstoffmonoxid, Schwefeldioxid und Ozon die Germeringer Luft enthält. Außerdem werden Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Druck gemessen.

Vier der mit Solarpanels ausgestatteten Sensoren stehen an der stark befahrenen Landsberger Straße, eine an der Spange, eine am Kleinen Stachus sowie vier weitere jeweils am Stadtrand. Durch den Betrieb mit Solarenergie sind sie unabhängig vom Stromnetz. Bei der Wahl der Standorte hat sich das Unternehmen an EU- und deutschlandweiten Verordnungen zur Luftqualitätsmessung orientiert.

Die Messergebnisse sollen allen Germeringern zugänglich gemacht werden. Thomas Wieser, bei der Stadt für Umweltangelegenheiten zuständig, erklärt: „Wir wollen die Luftqualitätsdaten öffentlich machen und Transparenz schaffen.“ Durch die Zusammenarbeit mit Hawa Dawa könne man die Luftqualität in Germering sichtbar machen.

Den im September beginnenden Messungen war eine Initiative der Deutschen Umwelthilfe vorausgegangen. Die Organisation hatte im Februar mit privaten Unterstützern deutschlandweit die Stickoxidbelastung in Städten gemessen. In Germering beteiligte sich Rudolf Lobensteiner daran. In Abstimmung mit der Stadt installierte er an der Kerschensteiner Straße eine Messbox. Aufgrund der mangelnden Aussagekraft von nur einer Messstation hatte sich die Stadt entschieden, großflächig messen zu lassen.

Im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss, wo das Projekt am Dienstag vorgestellt worden war, wurde die Idee überwiegend positiv aufgenommen. „Es ist sehr gut, dass wir die Messungen jetzt ausweiten“, sagte Dritter Bürgermeister Helmut Ankenbrand (SPD). Auch OB Andreas Haas (CSU) war vom Nutzen des Projekts überzeugt. „So bekommen wir wirklich repräsentative Werte.“ (Tobias Gehre)

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