Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht

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Mit einer besinnlichen Feier hat sich die Schlesische Landsmanns chaft vom Vereinsleben in Germering verabschiedet.

Ende einer Landsmannschaft

Schlesier beerdigen ihren Verein

Nach 66 Jahren ist Schluss: Die schlesische Landsmannschaft in Germering löst sich als Verein auf. Ein lockerer Treff in Form eines Stammtisches soll aber den Zusammenhalt wahren.

Germering – „Es ist schon so, dass wir uns untereinander verbunden fühlen.“ Wehmut schwingt bei Barbara Köhnlein schon mit, nachdem die letzte offizielle Weihnachtsfeier als Verein ausgeklungen war. Bei diesen Gelegenheiten sind noch die meisten der 70 Mitglieder der schlesischen Landsmannsschaft zusammengekommen. Daran will die Vorsitzende insofern festhalten, als man sich weiterhin treffen will. „Es läuft dann in lockerer Form, als Stammtisch oder Schlesier-Treff“, so Köhnlein. Ob monatlich oder alle acht Wochen, müsse aber noch abschließend abgeklärt werden.

Aber bei aller Verbundenheit, so gesteht Köhnlein, „ist der Aufwand doch zu groß geworden“. Gerne habe sie den Ortsverein bei Treffen des Landes- oder Bundesverbandes vertreten. Doch in der Ortvertretung sei die Vorstandschaft geschrumpft. Es fehlt der Nachwuchs. Immer wieder habe sie deswegen andere Ämter kommissarisch wahrnehmen müssen. Auch das sei ein Grund gewesen, den Verein als offizielles Gebilde aufzulösen. „Wir wollten eine korrekte Lösung auch zu den übergeordneten Verbänden hin.“

Das entspricht auch dem Geist der Gründerväter, die am 25. April 1951 den Schlesierverein Unterpfaffenhofen-Germering gründeten. Erster Vorsitzender war Hans Lehnert, der aber bald wegzog und von Josef Niembs abgelöst wurde. Dessen Sohn Georg hatte das Vorstandsamt von 2007 bis zu seinem Tod vor zwei Jahren inne. Am längsten stand jedoch Helmut Riedel der Landsmannschaft in Germering vor, von 1966 bis 2007.

Auf der letzten offiziellen Weihnachtsfeier erinnerte Riedel daran, dass man ab 1985 mit großem Stolz eine eigene Vereinsfahne präsentieren konnte. Ab 1992 wurde dann auch der Kontakt in die alte Heimat intensiviert. Jugendliche aus dem früheren Oberschlesien kamen zu Besuch, Busfahrten ins heutige Polen wurden organisiert.

Für Köhnlein ergab sich daraus und auch aus ihren regelmäßigen privaten Besuchen ein ganz besonderes Erlebnis. In Jauer, dem heutigen Jawor in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien, konnte sie die dortige Friedenskirche besuchen. „Dort bin ich getauft worden“, erzählt sie. Es habe sie sehr berührt, als sie nach Jahrzehnten das Gotteshaus wieder betreten habe.

Zu den nun in Schlesien wohnenden Polen hat Köhnlein ein offenes Verhältnis entwickelt. Man müsse auch daran denken, dass deren Familien nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls Vertriebene waren, als sie nach Schlesien umgesiedelt wurden.

„Das gemeinsame Schicksal verbindet“, sagt Köhnlein, auch wenn man längst an den neuen Wohnorten integriert sei. Die Linie der polnischen Regierung mit einer national geprägten Geschichtsdarstellung verfolgt Köhnlein wachsam. „Und nicht alle Polen heißen das gut, was in ihrem Land entschieden wird“, weiß Köhnlein. Sie sei darüber froh. Es würden immer noch die Menschen untereinander die persönlichen Beziehungen gestalten. „Das ist unabhängig von Wohnort und Nationalität“, betont Köhnlein. Auf seine Wurzeln und die Heimat dürfe man sich stets besinnen.

In Germering erinnern unter anderem das Max-Born-Gymnasium, das Jochen-Klepper-Haus und die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche an berühmte Schlesier. Zudem gibt es die Breslauer und die Schlesierstraße. „Durch diese Namen bleibt Schlesien in Erinnerung“, erklärte Riedel. (Hans Kürzl)

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