Eine Buchempfehlung von Christine Förster-Grüber. 

Schmankerl aus den Regalen der Stadtbibliothek 

Schonungsloses Erinnern

In den Regalen der Stadtbibliothek stehen nicht nur die aktuellen Bestseller. Auch nicht ganz so bekannte literarische Werke lohnen den Gang in die Bücherei. Die Experten der Bibliothek geben deswegen einmal im Monat ihren ganz persönlichen Medientipp. Heute empfiehlt Christine Förster-Grüber ein für den Leser schonungsloses Buch über Geschichte.

Geschichte kann so spannend sein! Die von der Zeitschrift Geo herausgegebene Reihe „Geo Epoche“ widmet sich immer interessanten geschichtlichen Zeiten. Der vorliegende Band befasst sich mit der Neuordnung Europas nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – erlebt und durchlitten von der Bevölkerung: Vertriebene, siegreiche Soldaten der Alliierten, befreite KZ-Häftlinge, Widerstandskämpfer, Unterstützer der Besatzungsmacht und einfache Zivilisten.

Das Buch schildert die chaotischen Verhältnisse, in der keine staatliche, politische, wirtschaftliche und menschliche Ordnung mehr herrscht. Für Menschen, die diese Epoche nicht miterlebt haben, ist das Buch, das aus thematisch gegliederten Kapiteln besteht, manchmal schwer auszuhalten. Drastisch und schonungslos, fundiert und nicht tendenziös berichten Experten unter anderem über die Befreiung der KZs, Wolfskinder, die auf der Flucht ihre Familie verloren haben, Rache der Sieger an den Besiegten und Mitläufern des Nazi-Regimes, Schmuggel und Schwarzmarkt, politische Aufteilung Europas unter den Alliierten und Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus dem Osten Europas.

Das Buch beeindruckt auch durch sein vielfältiges Bildmaterial, das die Informationen sehr gut ergänzt und auch einen erheblichen eigenen Informationswert hat.

Mediendaten:

Europa nach dem Krieg: Chaos und Neuanfang 1943-1953. – Geo Epoche, 2016, 163 Seiten. Das Buch steht in der Stadtbibliothek im Regal „Geschichte: Epochen: Nachkriegszeit“ und ist für vier Wochen entleihbar.

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