Carl-Spitzweg-Gymnasium

Schüler fragen – Politiker antworten

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Das Carl-Spitzweg-Gymnasium (CSG) hat den Landtagswahlkampf eröffnet. In der Aula diskutierten die Direktkandidaten Benjamin Miskowitsch (CSU), Peter Falk (SPD), Martin Runge (Grüne) und Hans Friedl (Freie Wähler) Themen, die Schüler vorgaben.

Germering – Vor einem Jahr hatte die Schülermitverwaltung (SMV) des Gymnasiums schon eine Podiumsdiskusson mit den Kandidaten der Bundestagswahl. Dieses Mal begrüßten Emil Kafitz, Hannah Höfer und Dogukan Karakaya die vier Kandidaten der im Landtag vertreten Parteien auf der Bühne der Aula. Im Zuschauerraum saßen vor allem die Abiturienten, die nächste Woche mit ihren Prüfungen starten. Sie dürfen heuer zum ersten Mal wählen. Eine 10. Klasse durfte der Diskussion ebenfalls folgen.

Handgranaten imPolizeischrank?

Nach einer kurzen Vorstellungen durften die Politiker zunächst erklären, warum sie in den Landtag drängen. Schon hier wurden die Rollenverteilungen auf dem Podium und im Publikum deutlich. Falk, Runge und Friedl fuhren scharfe Geschütze gegen Söder und die CSU auf, deren Vertreter Miskowitsch dann in der Regel allein auf weiter Flur stand. Das ging los bei Runges laut beklatschter Polemik, dass angesichts von CSU-Vorhaben wie dem Polizeiaufgaben- oder dem Psychiatriegesetz sich in Bayern keiner über Erdogan beklagen müsse. Runge ging sogar noch weiter: „Das ist ein Marsch in den Polizeistaat.“

Während auch der Puchheimer Falk und der Allinger Friedl das Polizeigesetz als verfassungswidrig ablehnten, verteidigte Miskowitsch es als notwendige Maßnahme in Zeiten des wachsenden Terrors. Die Nachfrage von Emil Kafitz, ob er damit auch die Ausrüstung der Polizei mit Handgranaten und Drohnen befürworte, bejahte der Jüngste der Kandidaten aus Mammendorf. Es sei ja nicht so, dass künftig in den Inspektionen Handgranaten in Schränken gelagert würden. Und Drohnen gebe es vielen Bereichen, Feuerwehr und BRK setzen sie ein: „Warum sollten wir das der Polizei vorenthalten?“

BezahlbarerWohnraum

Beim Themenfeld „bezahlbare Wohnungen“ setzten Falk, Miskowitsch und Runge auf Nachverdichtung in den Städten und Gemeinden. In Gröbenzell könne man so Wohnraum für rund 5000 neue Bürger schaffen, meinte Runge, Zweiter Bürgermeister der Gartengemeinde am Gröbenbach. Der in Alling lebende Friedl warb zusätzlich für die Idee, große Unternehmen dazu zu bewegen, sich nicht im Ballungsraum, sondern weiter draußen anzusiedeln. Das würde dort Arbeitsplätze schaffen, wo es günstigen Wohnraum gibt. Alle Vier setzten zudem ihr Hoffnungen auf eine interkommunale Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises.

Von Ostereiernund Kruzifixen

Die kürzliche Aussage von Innenminister Horst Seehofer, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, sorgte wieder für heftige Reaktionen von SPD und Grünen. Seehofer habe nur provozieren wollen, meinte Martin Runge: „Das war billige, blöde Polemik.“ Falk setzte hinzu, dass der Islam sehr wohl zu Deutschland gehöre: „Alle, die hier leben, gehören dazu.“ Er selbst sei Freidenker und nicht gläubig: „Auch das muss es geben.“

Hans Friedl näherte sich bei dieser Frage der CSU an. Er sei dagegen, dass der Islam in Deutschland mehr Einfluss bekomme. Es dürfe nicht so weit kommen, dass es keine Weihnachtsmärkte mehr gibt und an Ostern keine Eier mehr gesammelt werden. Letzteres sei allerdings, so Runge, kein christlicher, sondern ein keltischer Brauch.

Miskowitsch meinte, dass man es differenzierter betrachten müsse: „Geschichtlich gehört der Islam nicht zu Deutschland. Alle hier friedlich lebenden Muslime aber schon.“

Auch die aktuelle Debatte um das von Ministerpräsident Söder verordnete Aufhängen von Kruzifixen in Einrichtungen des Landes wurde heftig diskutiert. Friedl meinte, dass die Kruzifixe gar nicht erst abgenommen hätten werden sollen. Er bezog sich dabei fälschlicherweise auf Kreuze in den Klassenzimmern, die per Gerichtsbeschluss entfernt wurden. Runge wies ihn lautstark darauf hin und erinnerte daran, dass Deutschland ein säkulares Land ist. Die Trennung von Staat und Kirche sollte wieder stärker beachtet werden. Falk sah in der Söder-Verordnung gar eine Entwertung der christlichen Symbolik.

Bildung fürFrühaufsteher

Bei der Bildungspolitik als letztem Themenschwerpunkt gab es kaum Diskussionen. Friedl rief den Kampf der Freien Wähler gegen das G 8 in Erinnerung. Falk und Runge forderten eine spätere Trennung der Haupt- Mittel- und Gymnasiumsschüler. Und Miskowitsch forderte vor allem eine Modernisierung in Richtung Digitalisierung. Den größten Beifall erhielt hier wieder der Grünen-Politiker: „Ich bin für einen späteren Schulbeginn. 8 Uhr ist einfach zu früh.“

Harmonie gab es bei einer Schnellfragerunde, bei der die Kandidaten Fragen mit grünen (Ja), roten (neun) und gelben (unentschieden) Karten beantworten mussten. Alle vier zogen Rot bei der Frage, ob man die AfD zur Diskussion hätte einladen sollen. Auch eine Groko auf Landesebene wurde einhellig abgelehnt. Nur Grün gab es bei der Frage, ob man mit den anderen Kandidaten zusammen einen Kaffee trinken würde.

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