Diskutierten über aktuelle politische Themen (v.l.): Julian Zieglmaier (Linke), Carmen Wegge (SPD), Martina Neubauer (Grüne), Michael Kießling (CSU) und Theresa Ley (FDP). Schüler Michael Schex (3.v.r.) befragte die Politiker zum Thema Pflegenotstand.
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Diskutierten über aktuelle politische Themen (v.l.): Julian Zieglmaier (Linke), Carmen Wegge (SPD), Martina Neubauer (Grüne), Michael Kießling (CSU) und Theresa Ley (FDP). Schüler Michael Schex (3.v.r.) befragte die Politiker zum Thema Pflegenotstand.

Podiumsdiskussion

Schüler fühlen Kandidaten auf den Zahn

  • Lisa Fischer
    VonLisa Fischer
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Rund zwölf Wochen vor der Bundestagswahl ging es in der Aula des Carl-Spitzweg-Gymnasiums politisch hoch her.

Germering – Schülervertreter des Wahlkurses Politik fühlten fünf Kandidaten aus dem Wahlkreis Landsberg/Starnberg/Germering auf den Zahn. Michael Kießling (CSU), Carmen Wegge (SPD), Martina Neubauer (Grüne), Theresa Ley (FDP) und Julian Zieglmaier (Linke) stellten sich den kritischen Fragen der Schüler zu Themen, wie Klimaschutz, Mieten und Antisemitismus.

Klima

Abiturient Stephan Buchberger eröffnete die Podiumsdiskussion mit dem Thema Klimaschutz: „Es ist das wahrscheinlich wichtigste Thema in der nächsten Legislaturperiode“, sagte der Zwölftklässler und sah die Politiker nacheinander eindringlich an. Die globale Erwärmung liege aktuell bei drei Grad anstatt der angestrebten 1,5 Grad aus dem Pariser Abkommen. Hinzu komme, dass die Große Koalition ein Klimaschutzgesetz im April erst zurückgerufen habe, fasste Buchberger zusammen.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Michael Kießling begründete den Rückruf damit, dass das Gesetz verfassungswidrig gewesen sei. „Einige Schritte waren darin nicht klar definiert“, kritisierte er in Richtung des Koalitionspartners. SPD-Politikerin Carmen Wegge entgegnete, dass man jetzt in der Partei hoffe, ab September Klimaschutz machen zu können – „mit einem anderen Regierungspartner“.

Martina Neubauer, Grünen-Bundestagskandidatin für den Germeringer Wahlkreis, warf ihre Kritik in Richtung Bundesregierung. „Wir haben beim Thema Klimaschutz 16 Jahre verloren. Die Koalitionspartner haben nichts gemacht.“ Man brauche jetzt konkrete Maßnahmen.

Mieten

Die Zehntklässlerin Miriam Vitt stellte das Thema Mieten in den Mittelpunkt der Diskussionsrunde. „In den letzten zehn Jahren sind die Mieten in München um 60 Prozent gestiegen“, schilderte die Schülerin. Das treffe vor allem die in der Pandemie als systemrelevant bezeichneten Bürger. „Ist Ihre Partei für einen bundesweiten Mietendeckel?“, fragte Miriam Vitt die fünf Politiker. Martina Neubauer und Linke-Kandidat Julian Zieglmaier stimmten sofort zu. Kießling und die FDP-Politikerin Theresa Ley sprachen sich allerdings dagegen aus.

Krankenhäuser

Michael Schex aus der Q 12 fokussierte seine Fragen auf das Thema Pflegenotstand und fragte, ob private Krankenhäuser, die in der Corona-Krise profitabel gewirtschaftet haben, wichtig seien. Theresa Ley entgegnete, dass man hier zunächst prüfen müsse, auf welche Kosten dieser Profit erlangt werde. Martina Neubauer und Carmen Wegge sprachen sich dafür aus, dass alle Krankenhäuser in kommunale Hand müssten. Linke-Politiker Zieglmaier sah beim Thema Pflegenotstand nur eine Lösung, um zu entlasten: „Hier müssen massive Investitionen gemacht werden.“

Rechtsextremismus

Elftklässler Vincent Demus fragte die Politiker, wie Rechtsextremismus in Zukunft bekämpft werden soll. Carmen Wegge forderte eine Reform der Sicherheitsbehörden, Martina Neubauer legte den Fokus auf die finanzielle Unterstützung von Beratungs- und Aussteigerprogrammen. „Wir müssen viel mehr Aufklärung betreiben und dran bleiben“, sagte Theresa Ley. Einig waren sich alle fünf Politiker, dass beim Thema Antisemitismus jeder Einzelne gefragt ist und man nicht wegschauen darf.

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