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So sehen Sieger aus: Die Realschule Maisach (v.l.) Geschichtslehrerin Hannah Laritz, Laura Oberauer, Lisa Schöll, Schulleiterin Doris Lux, Landrätin Martina Drechsler sowie knieend Hannes Gebhart und Deniz Ciftci .

Germering/Maisach

Schüler machen der Demokratie Hoffnung

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Die Fachoberschule (FOS) Germering und die Realschule Maisach sind mit dem ersten Preis des Prämienprogramms des Landkreises ausgezeichnet worden. 

Germering – Beide Schulen haben mit gesellschaftspolitischen Projekten überzeugt und durften sich über eine Prämie von je 2500 Euro freuen des Sponsors Spardabank freuen. Seit zehn Jahren zeichnet der Landkreis Schulen für Projekte aus den unterschiedlichsten Bereichen aus. Energiesparen kann dabei ebenso eine Rolle spielen wie Müllvermeidung, Gesundheit oder Soziales. Die Spardabank stellt jedes Jahr 10 000 Euro zur Verfügung, die an die 14 teilnehmenden Schulen aufgeteilt werden. Es gab zwei erste Plätze (je 1500 Euro plus 1000 Euro Sonderprämie), einen zweiten Platz (1200 Euro), drei dritte (800 Euro), vier vierte (500 Euro) und vier fünfte Plätze (350 Euro).

Von der FOS Germering: (v.l.) Judith Liebsch, Sophie Schützendoppel, Schulleiter Holger Wirth, Veronika Saalfrank und Charlotte Schulenburg 

Die stellvertretende Landrätin und Jury-Mitglied Martina Drechsler berichtete bei der Preisverleihung am Freitag in der Aula des Carl-Spitweg-Gymnasiums, dass die Entscheidung über die Sieger nicht leicht gefallen sei. Die Vielfalt der eingereichten Projekte sei sehr groß gewesen. Die Entscheidung sei auf die beiden Schulen gefallen, die sich mit politischer Bildung und aktuellen Entwicklungen der Demokratie beschäftigt hätten. Aber auch alle anderen Teilnehmer hätten hervorragende Projekte eingereicht.

Schule erst eineinhalb Jahre alt

FOS-Leiter Holger Wirth sprach als Gastgeber voller Stolz über eine unglaubliche Entwicklung seiner Schule, die es erst seit eineinhalb Jahren gibt. Seine Schüler haben mit ihrem Projekt „Demokratie in der Krise? Demokratie geht uns alle an“ aus Sicht von Wirth gerade in Zeiten von wachsendem Populismus, drohendem Brexit und einer Weltmacht, die sich nur noch um sich selbst kümmern will, äußerst wichtige Arbeit geleistet. Die Schüler haben unter anderem die Grundlagen der Demokratie und ihrer Geschichte erarbeitet, eine Demokratie-Messe durchgeführt, eine Podiumsdiskussion mit Politikern veranstaltet und ein Landtags-Planspiel durchgeführt. Selbstbewusstes Fazit der Jugendlichen, die ihr Projekt am Freitag noch einmal vorstellten: „Mit uns ist die Demokratie nicht in der Krise.“

Die Sieger der Maisacher Realschule haben sich in ihrem Projekt intensiv mit der NS-Zeit beschäftigt. Sie haben mit Hilfe der Historikerin Erika Rosenberg das Leben des Ehepaars Schindler erforscht, das im Dritte Reich mehr als 1200 Juden das Leben gerettet hat. Bekannt gemacht hat das Ehepaar der Film „Schindlers Liste“ von Regisseur Stephen Spielberg, der vor 25 Jahren in den Kinos lief – wobei ein Ergebnis der Schülerrecherchen war, dass sich Spielberg nicht immer an die historischen Tatsachen gehalten hat.

Realschulleiterin Doris Lux bewertete die Arbeit ihrer Schüler auch vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse im Bayrischen Landtag als sehr wertvoll. Da verließen fast alle AfD-Abgeordneten im Protest die Gedenkfeier für NS-Opfer.

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