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Beispielfoto. Schreckschusswaffe

Germering

Schusswaffe im Einkaufsbeutel kostet 1800 Euro

Der Schreck war groß als eine Verkäuferin an einem Oktobernachmittag im Vorjahr in einem Germeringer Discounter in die Einkaufstasche einer ihrer Kunden blickte. In dem Beutel lag nämlich eine Waffe.

Germering – Mehrere Polizeistreifen machten sich wenig später auf den Weg zur Wohnung des Mannes. Dort stellte sich heraus, dass es sich lediglich um eine Schreckschusspistole handelt. Weil der Germeringer aber keinen so genannten kleinen Waffenschein besaß, hätte er die Waffe nicht mit außer Haus nehmen dürfen. Am Amtsgericht wurde er daher nun wegen des vorsätzlichen unerlaubten Führens einer Waffe dazu verurteilt 1800 Euro (45 Tagessätze zu je 40 Euro) zu bezahlen.

Der Verkäuferin war beim Abkassieren des 60-Jährigen aufgefallen, dass der als Einkaufstasche mitgeführte Stoffbeutel nicht leer war. Auf ihre Bitte, einen Blick in den Beutel werfen zu dürfen, erklärte ihr der Germeringer: „Außer der Knarre ist nichts drin“. So war es dann auch.

Vor Gericht bestritt der 60-Jährige, an dem Tag die Waffe dabei gehabt zu haben. In der Einkaufstasche habe sich lediglich die Schachtel der Pistole befunden.

Staatsanwalt und Richter hatten hatten allerdings keinerlei Zweifel an der Aussage der Verkäuferin. Und ein an der Durchsuchung der Wohnung beteiligter Polizist erinnerte sich nicht daran, in der Wohnung des Angeklagten, eine Schachtel für die Waffe gesehen zu haben. Wenn er eine entdeckt hätte, da war er sich sicher, hätten er und seine Kollegen diese auch mitgenommen.

Für den Staatsanwalt war klar, dass es sich um eine Schutzbehauptung des Mannes handelte. Und den Richter ließ die Aussage des Angeklagten zu der Überzeugung kommen, dass der Germeringer sehr wohl wusste, dass er die Waffe nicht außerhalb seiner eigenen vier Wände führen durfte. Die Waffe stammte vom Vater des Germeringers, dieser hatte sie ihm vor Jahren vererbt. Der 60-Jährige aber muss nun darauf verzichten, die Polizisten hatten die Pistole damals mitgenommen.

Der 60-Jährige stimmte der Einziehung zwar zu. Mit dem Urteil aber war er gar nicht einverstanden, „Ich werde Einspruch einlegen“, kündigte er postwendend an.  sus

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