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Irina Firouzi ist mit dem Kulturförderpreis der Stadt ausgezeichnet worden.

Germering 

Schwieriger Weg auf die große Opernbühne

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Der Kulturpreis und die Kulturförderpreise der Stadt werden nach einer fünfjährigen Pause am 19. September wieder vergeben. Der Münchner Merkur stellt die Preisträger vorab vor.

Germering – Fünf Jahre war Irina Firouzi alt, als ihre Eltern sie zum ersten Mal mit in die Oper nahmen. „Es war eine Kindervorstellung von ,Hänsel und Gretel’“, erinnert sie sich. „Ich fand das so toll, dass ich wusste: Das will ich später machen.“ Tatsächlich ist Irina Firouzi heute – unter anderem – Opernsängerin. Den Part der Gretel aus dem Werk von Engelbert Humperdinck hat sie schon auf der Bühne gesungen – es ist neben der Gilda aus Verdis „Rigoletto“ eine ihrer Lieblingsrollen. Die Stadt hat sie jetzt mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet.

Zunächst begann die Tochter eines Persers und einer Münchnerin mit dem Klavierspiel. Erst zum Ende ihrer Schulzeit am Max-Born-Gymnasium rückte das Singen wieder in den Fokus. „Vorher hätte es auch keinen Sinn gemacht, denn man muss ausgewachsen sein, um die Stimme ausbilden zu können“, erklärt Firouzi.

Regelmäßige Auftritte

Während sie bereits Schulmusik auf Lehramt studierte, machte sie die Aufnahmeprüfung fürs Gesangsstudium –und bestand. Ab diesem Moment kam eins zum anderen. Schon als sie noch am Mozarteum in Salzburg und dann an der Musikhochschule in Nürnberg studierte, begann sie regelmäßig aufzutreten. Gemeinsam mit dem Germeringer Pianisten Benedikt Ofner („Mein musikalischer Bruder“) – der schon als Schüler den Kulturförderpreis erhielt – trat sie in Pfarreien und Altenheimen auf. „Das war ein gutes Trainingspflaster und ein dankbares Publikum“, erzählt die Sopranistin, die besonders im Koloraturfach gefragt ist.

Heute steht sie beruflich auf mehreren Standbeinen. Sie singt viel in Kirchen, ob bei Konzerten, Oratorien, Hochzeiten oder Beerdigungen. Sie unterrichtet private Gesangsschüler, leitet einen Kirchenchor und gibt Stimmbildung für Chöre. Und sie steht in Opernproduktionen auf der Bühne.

„Meine erste Rolle war die einer bösen Meerjungfrau in einer zeitgenössischen deutschen Oper auf einem Neue-Musik-Festival in Italien“, erinnert sich Firouzi. Damals sprang sie als Krankheitsvertretung ein, ebenso wie später an der Augsburger Kammeroper, wo sie mittlerweile regelmäßig zu hören ist. „Da bin ich gut reingerutscht.“

Ein bisschen wurmt es sie, dass Städte wie Augsburg und Puchheim eine Kammeroper haben, Germering mit seiner „großen tollen Stadthalle“ aber nicht. Hier ist Firouzi aufgewachsen, hier lebt sie noch heute, und hier will sie eigentlich auch nicht weg. Engagements führen sie durch ganz Deutschland, nach Österreich und Italien. Aber: „In die wirklich großen Theater hineinzukommen ist sehr schwer“, erzählt die sympathische, bodenständig wirkende Sängerin.

Gnadenloser Jugendwahn

Der Konkurrenzkampf ist heftig, und es herrscht ein gnadenloser Jugendwahn. Den Rat eines namhaften Kollegen, sich doch von vornherein ein paar Jahre jünger zu machen, nahm sie nicht an. Lieber hält sie ihr (junges) Alter komplett aus der Öffentlichkeit heraus.

Am Abend der Kulturpreisverleihung in der Stadthalle wird Firouzi ihr Publikum mit einer Arie von Bellini und einer von Puccini erfreuen. Letzterer ist einer der Lieblingskomponisten der Hobbyköchin und Hobbyschneiderin, die sich schon manches Bühnenkleid selbst genäht hat. Die Rolle der Sklavin Liu in Puccinis „Turandot“ würde Firouzi gern einmal singen. Nur wird das Werk selten aufgeführt. „Es ist eine groß besetzte Oper, die sich kaum noch ein Haus leisten kann.“ Über den Förderpreis als Würdigung ihrer vielfältigen Arbeit freut sie sich sehr. „Es ist schön, dass gesehen wird, was man tut.“

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