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Sein Drache Benito ist Held eines Kinderbuchs

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Von: Ulrike Osman

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Er hat die Geschichte vom Drachen Benito bebildert: Lutz Meier-Staude.
Er hat die Geschichte vom Drachen Benito bebildert: Lutz Meier-Staude. © Peter weber

Lutz Meier-Staude und Werner Jung sind sich noch nie begegnet. Kein Wunder – der eine wohnt in Germering, der andere im rheinland-pfälzischen Bad Ems. In Kontakt kamen sie übers Internet. Ohne sich persönlich zu kennen, haben die beiden nun zusammen ein Kinderbuch herausgebracht.

Germering – Lutz Meier-Staude ist seit ewigen Zeiten Hobby-Zeichner. Seine Cartoons erschienen früher in Zeitschriften für Angler und Judokämpfer und in der militärischen Fachzeitschrift „Soldat und Technik“, die es seit 2004 nicht mehr gibt. Inzwischen stellt der Germeringer seine Zeichnungen regelmäßig in der Rubrik „CartoOn am Montag“ im Internetforum MyHeimat ein.

Dort entdeckte sie Werner Jung – und war begeistert. Der 74-Jährige hatte von seinem Enkel eine Aufgabe bekommen, die ihn zunächst in Verlegenheit brachte. „Opa, ich wünsche mir ein Buch, das du nur für mich schreibst“, hatte der Knirps sich zum Geburtstag gewünscht. Werner Jung dachte zunächst, das könne er nicht. Aber den Enkel zu enttäuschen war keine Option. So setzte der Großvater sich hin und erfand einen Drachenjungen namens Benito, den er spannende Abenteuer erleben ließ.

Die Story war bald fertig, doch zu einem richtigen Kinderbuch gehören auch Bilder. Werner Jungs Versuche, Illustrationen zu der Drachen-Geschichte zu zeichnen, scheiterten kläglich. Als er im Internet zufällig über Meier-Staudes Cartoons stolperte, war ihm klar: Der Mann musste für das Buchprojekt gewonnen werden. Er war der Richtige, um den Drachenjungen und seine Welt lebendig werden zu lassen.

Der Schreiber aus Bad Ems wandte sich per E-Mail an den Zeichner aus Germering. Der winkte zunächst ab, ließ sich dann aber überreden. Jung schickte ihm seine Geschichte zu, und Meier-Staude ging ans Werk. „Es war sehr aufwändig“, erzählt er.

Witziges Gesicht

Nach den Vorgaben des Autors gab er dem Kinderbuchhelden ein Gesicht – ein witziges Gesicht, grün, mit gelber Schnauze, kleinen Hörnern, Hängeohren und rotem Schopf. „Die roten Haare waren ganz wichtig“, erinnert sich Meier-Staude an die Prioritäten des Autors. „Deswegen habe ich sie ganz dick gezeichnet.“

In vielen E-Mails und Telefongesprächen tauschten sich die beiden kreativen Köpfe über die Bilder aus. Nach und nach entstanden 20 Zeichnungen. „Es war für mich eine Herausforderung, die Gedanken und Ideen einer anderen Person ins rechte Bild zu setzen“, erzählt der 70-Jährige.

Nach zwei Monaten waren die beiden zufrieden mit ihrem Werk. Was nun noch fehlte, war ein Verlag. Jung schrieb etliche an, erntete jedoch nur Absagen. Nun haben die beiden das Buch im Eigenverlag herausgebracht. Für Lutz Meier-Staude bedeutete das noch einmal viel Arbeit.

Die Online-Druckerei, die die beiden fanden, bot zwar günstige Preise, erwartete dafür aber ein perfekt vorbereitetes Manuskript. Das konnte Meier-Staude liefern. Als langjähriger Pressereferent des Bayerischen Judoverbands waren Layouts, Schriftbilder und Gestaltungsaspekte für ihn keine böhmischen Dörfer. Nun freut sich der ehemalige Justizbeamte sehr über das Resultat der gemeinsamen Anstrengungen. „Das ging nur, weil ich wegen Corona so viel zu Hause war“, sagt der Hobbyzeichner. „Es hat einfach gepasst.“

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