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Sepp Dürr bei seinem Auftritt in der Stadthalle.

Erinnerungen

Der Grünen-Politiker Sepp Dürr und seine Kindheit in Germering

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Einer wie Sepp Dürr meldet sich gern zu Wort. Früher als grüner Landtagsabgeordneter, jetzt immer noch als engagierter Bürger.

Germering –  Und trotzdem sagt er vor seinem Auftritt in der Stadtbibliothek, wo er aus den 1950er- und 1960er Jahren sowie von seiner Kindheit in Germering erzählt, erst einmal: „Es ist ungewohnt, weil es keine politische Veranstaltung ist.“ Davon merkt man aber schon ein paar Sekunden später nichts mehr, als Dürr zunächst darüber philosophiert, dass „meine Generation die markantesten Veränderungen erlebt und auch selbst mitgestaltet hat“.

Wenig Verkehr auf der Dorfstraße in Germering

Wie groß diese Veränderungen sind, macht Dürr, Jahrgang 1953, an einem Satz fest: „Die 1950er- und 1960er – manchmal scheinen sie mir wie Jahre aus vergangenen Jahrhunderten.“ Das kann man nachempfinden, wenn er davon erzählt, „dass ganz wenig Verkehr auf der Dorfstraße war, wenn man aus dem Gartentürl hinaus ist“. Oder wenn er von dem Gockel berichtet, der beim Postboten immer besonders angriffslustig war. Das entlockt dem Publikum ein Schmunzeln. Erinnerungen kommen auch, wenn Dürr von den Höfen im Dorf erzählt, bei denen die Besitzer den Namen meist mitnahmen, wenn sie umzogen oder einen anderen Hof dazu gekauft hatten.

Dinge wurden immer wieder repariert

Agnes und Sepp Dürr.

Wie aus einem Land vor unserer Zeit klingt es ebenso, dass man nichts weggeworfen und Dinge immer wieder repariert hat. „Weil man sie gebraucht hat, früher oder später.“ Man habe sparsam sein müssen und trotzdem habe man nicht das Gefühl gehabt, dass etwas fehle. Zwar seien auch die Neuigkeiten von außen knapp gewesen. Doch ein Stück Zeitgeschichte hat Dürr dann doch mitbekommen. Vom Attentat auf Kennedy habe man schon erfahren oder dass die Russen die Hündin Laika ins Weltall geschickt haben.

Lange Haare aus Angst

Aus der eigenen Welt eines kleinen Buben sind aber auch Erinnerungen geblieben. „Ich sollte mit fünf auf meine kleine Schwester Agnes aufpassen.“ Er habe aber lieber mit seinen Freunden weggehen wollen. „Also habe ich meine Schwester einfach mitgenommen.“ Das erzählt Dürr mit Augenzwinkern. Schmerzhafter sind die Gedanken an den Friseur, der ihn mal ins Ohr geschnitten hat. „Deswegen hatte ich lange Angst und habe mir lange Haare wachsen lassen.“

Nicht vergessen sind bei Dürr auch viele Häuser und Stellen, die es nicht mehr gibt oder die sich stark verändert haben. „Man spürt ihre Geschichte und es ist es wert, dass man sie nicht vergisst“, sagt Dürr zum Schluss. Es klingt nach Leidenschaft für die Heimat und fordert doch auch auf sanfte Art Respekt ein vor dem Dorf, das jetzt eine Große Kreisstadt ist.

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