Jussra Zamani setzt sich für Frauen inAfrika ein.

Das aktuelle Interview

Sie ist Sonderbotschafterin für Afrika

Die 24-jährige Jussra Zamani, deren Eltern aus Afghanistan kommen, engagiert sich neben ihrem Studium der Interkulturellen Kommunikation für die Lobby- und Kampagnenorganisation ONE. 

GermeringSie setzt sich unter anderem für die Rechte und die Bildung von Frauen in Afrika ein. Für ONE ist Jussra nach Brüssel gefahren um dort mit Politkern über die Lage in Afrika zu diskutieren.

-Was war deine Motivation dich neben deinem Studium ehrenamtlich für diese Sache einzusetzen?

Meine Motivation kommt zum einen durch meine afghanischen Wurzeln. Ich bin zwar in Deutschland geboren worden, aber ich habe auch ein Verantwortungsgefühl Menschen gegenüber, denen es nicht so gut geht wie mir. Desweiteren gibt es über 130 Millionen Mädchen auf der Welt, die nicht zur Schule gehen. Dabei ist doch Bildung der beste Schutz vor Armut, Hunger und Unterdrückung. Allein in Afrika sind es 80 Millionen Mädchen und Frauen ohne Schulbildung.

-Wie bist du auf die Organisation ONE gekommen?

Ich habe einfach im Internet gesurft und diese Organisation gefunden. Und das Gute an dieser Vereinigung ist, dass sie weder Spenden sammeln noch Mitglieder werben wollen. Sie wollen einfach nur gute Lobbyarbeit machen, um Menschen in benachteiligten Ländern zu helfen. ONE wird fast ausschließlich von privaten Stiftungen finanziert, wie zum Beispiel der Bill Gates Stiftung und so können sie unabhängig arbeiten. Außerdem setzt sich ONE weltweit ein. Es gibt schon Vertretungen in Belgien, den Niederlanden, im Vereinigten Königreich, in Frankreich sowie in den USA, Kanada und vielen anderen Ländern. Ich bin schon das zweite Jahr dabei. Normalerweise ist man Sonderbotschafterin nur für ein Jahr.

-Du warst jetzt sogar in Brüssel. Was hast du da genau gemacht?

Wir sind dort mit ungefähr 300 Jugendbotschaftern hingefahren, um mit EU-Abgeordneten über die Verteilung von Entwicklungshilfen zu sprechen. Es sollte nämlich eine Abstimmung stattfinden, die die Höhe des Budgets für Entwicklungshilfe der EU reduzieren soll. Wir waren insgesamt vier Tage da. Zu Beginn haben wir uns über das EU-Parlament informiert und uns vorbereitet. Am letzten Tag hatten wir dann die Meetings und die meisten Abgeordneten waren schnell überzeugt davon, dass man an Entwicklungshilfe nicht sparen darf, noch sie für andere Zwecke entfremden darf.

-Wenn du einmal nicht in Brüssel bist, wie sieht denn dann die Arbeit einer Botschafterin von ONE so aus?

Ich mache in der Regel vier bis fünf Aktionen im Jahr. Das heißt, ich treffe mich mit Politikern und mache sie auf unsere Ziele aufmerksam und diskutiere mit ihnen. Bei diesen Treffen unterstützen uns die Mitarbeiter in der Zentrale in Berlin mit Informationen und Material. Desweiteren treffen wir uns immer einmal im Jahr auf einem großen Meeting und tauschen uns mit anderen Botschaftern aus. Dieses Jahr war es zufälligerweise in Brüssel. 

(Tom Eldersch)

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