Das Tretbecken ist die zentrale Anlage der Kneippinsel. Antonie Ochmann (rechts im Foto oben) nutzt es gerne. Doch das Ambiente rund um das Becken stört sie. Als Anregung für eine Neugestaltung könne der Zustand Anfang der 1950er Jahre dienen, von dem eine Postkarte in ihrem Besitz zeugt (ganz links). Um das Becken gab es Holzdielen, mehrere Sitzbänke, Blumenbeete und ein Armtauchbecken. Das steht auch heute noch (links).
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Das Tretbecken ist die zentrale Anlage der Kneippinsel. Antonie Ochmann (rechts im Foto oben) nutzt es gerne. Doch das Ambiente rund um das Becken stört sie. Als Anregung für eine Neugestaltung könne der Zustand Anfang der 1950er Jahre dienen, von dem eine Postkarte in ihrem Besitz zeugt (ganz links). Um das Becken gab es Holzdielen, mehrere Sitzbänke, Blumenbeete und ein Armtauchbecken. Das steht auch heute noch (links).

Fürstenfeldbruck

Sie kämpfen für eine schönere Kneippinsel

  • Ingrid Zeilinger
    VonIngrid Zeilinger
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Nicht zuletzt durch den 200. Geburtstag des Pfarrers Sebastian Kneipp sind Kneippanlagen in aller Munde. Auch in Fürstenfeldbruck gibt es ein Tretbecken. Doch die Kneipp-insel macht ihrem Namen keine Ehre. Sie ist heruntergekommen, findet auch Antonie Ochmann. Die 95-Jährige fordert: Die Stadt muss unbedingt etwas tun.

Fürstenfeldbruck – In den Sommermonaten geht Antonie Ochmann fast jeden Tag zur Kneippinsel an der Amper. Wie andere Brucker auch genießt sie die Bewegung im kühlen Wasser und die Erfrischung. Was der 95-Jährigen aber überhaupt nicht gefällt, ist das Ambiente. Der Blick auf die Amper ist zugewachsen. Pizzakartons, Chipstüten, Zigarettenkippen und zerbrochene Glasflaschen liegen neben statt in den Mülleimern. „Es ist wirklich schade, wie es jetzt aussieht.“

Dabei hätte Sebastian Kneipp beinahe in Fürstenfeldbruck eine Kneippanlage gebaut, wie Ochmanns Mutter ihr einst erzählte. Doch das Vorhaben scheiterte, heute steht die einzige vom Pfarrer selbst errichtete Kaltwasserheilanstalt in Bad Wörishofen, dem Heimatort des Pfarres. Vielleicht gut so, meint die Seniorin und lacht. Das Dorf mit zehn Höfen veränderte sich mit der Kuranlage grundlegend.

Und auch in Bruck gab es schließlich ein erstes Kneippbecken, am Bahndamm hinter dem Weiherhaus. Später folgte das auf der Kneippinsel. Sie selbst war schon als Kind mit ihrer Mutter beim Kneippen und hat den Brauch beibehalten.

Ochmann hat noch eine alte Postkarte aus dem Jahr 1952. Man sieht Menschen auf den Bänken vor dem Tretbecken sitzen. Rundherum sind Holzlatten, schöne Blumen blühen rundherum. „So möchte ich, dass es wieder aussieht“, sagt die Seniorin. Dann würden auch wieder mehr Menschen dorthin kommen.

Doch das war einmal. Die Kneippinsel verkommt immer mehr zur Partyzone. Jugendliche treffen sich dort, trinken und lassen ihren Müll liegen – verborgen hinter Büschen. „Es ist ja nicht einsehbar“, sagt Ochmann mit Verweis auf die zugewachsenen Flussufer. Zigarettenstummel und Scherben räumt sie teilweise selbst weg. Um das Becken kümmern sich die Bauhofmitarbeiter. „Das Wasser ist in Ordnung.“ Der Rest aber nicht. Und das, obwohl die Bauhofmitarbeiter dreimal pro Woche auf der Kneippinsel den Müll mitnehmen. „Mehr geht leider zeitlich nicht“, erklärt eine Rathaussprecherin.

Mehrfach haben Bürger, die in Ampernähe wohnen, bereits bei der Stadt angerufen, berichtet Antonie Ochmann. Ihr Wunsch: Die Kneippinsel sollte wieder hergerichtet werden. Vor allem das Unterholz auf der Nordseite müsste weg, damit man wieder den Blick auf die Amper bis hin zur Amperbrücke genießen kann. „Die Bäume nicht, die sollen stehen bleiben“, sagt Ochmann. Holz statt der unebenen Steinfliesen, Bänke hin zum Ufer und auch wieder Blumen – das würde sie sich zudem wünschen.

Insgesamt sei geplant, dass sich Verwaltung und Bauhof um ein gepflegteres Erscheinungsbild kümmern, teilt die Rathaussprecherin mit. Zusätzliche Bänke seien aber derzeit nicht geplant.

Ochmanns Hoffnung liegt in der Bebauung des Aumühlen- und Ländeareals. Dann sollte doch auch die Kneipp-insel ein Ort der Ruhe und Erholung werden, findet sie. Auch im Rathaus ist man sich sicher, dass die Kneippinsel durch die Neugestaltung des Geländes einen ganz anderen Stellenwert erhalten soll. Denn sie war Bestandteil des städtebaulichen Wettbewerbs im vergangenen Jahr, wie Stadtrat Klaus Wollenberg (FDP) bestätigt.

Konkrete Planungen gibt es nicht, und bis die Arbeiten auf dem Areal beginnen, vergehen noch einige Jahre. „Aber an der Kneippinsel könnte man auch vorher schon was machen“, sagt Wollenberg. Das wäre ganz im Sinne von Antonie Ochmann und ihren Mitstreitern. „Ich kämpfe darum“, sagt sie.

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