Wer cool sein will, darf sich bei Horrorfilmen nicht erschrecken: Der coole Typ (4.v.r.) und vier seiner neuen Gefolgsleute machen sich über den Rest der noch langweiligen Jugendlichen lustig. 

Wittelsbacher Mittelschule

Sie spielen auch ohne Bühne cool Theater

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Die Theaterklasse der Wittelsbacher Mittelschule hat ein schwieriges Jahr erfolgreich beendet. Die 25 Sechstklässler hatten heuer wegen des Abrisses der alten Turnhalle keinen Auftrittsort. Dennoch erarbeitete sich die Truppe mit den Lehrerinnen Petra Börding und Maike Neidhardt im Verlauf des Jahres wieder ein Stück.

Germering – Wie in den Jahren davor wurde die Theaterklasse auch wieder zu den oberbayerischen Schultheatertagen eingeladen, die vor Kurzem in Passau über die Bühne gingen. Ohne die Inszenierung über das Coolsein – „Ich bin anders – Du aber auch“ – vorher auf einer Bühne zu testen, fuhr die Truppe mit dem gesamten Bühnenbild und der notwendigen Ausstattung im Zug zur Drei-Flüsse-Stadt. Geprobt hatte man vorher in der Aula der benachbarten Theresengrundschule. Das hat gereicht, um Auszeichnungen in den Kategorien „Humor und Unterhaltung“ sowie „Tanz und Musik“ einzuheimsen. Dass dieser Erfolg verdient ist, das bewies die Truppe jetzt bei der Vorführung des Stücks in der Theresenschule. „Die Grundschule hat uns gottseidank den Raum an einem Vormittag überlassen,“ erzählte Maike Neidhardt. Vor Passau habe man hier auch proben können.

„Ich bin anders – Du aber auch“ erzählt die Geschichte einer Gruppe ganz normaler Jugendlicher, die aus Sicht eines obercoolen Typen aber völlig langweilig sind. Erzählt wird dies weniger mit Worten denn mit Musik, Tanz und viel Pantomime. Und zwar so gut, dass die zusehenden Mitschüler der 5. und 6. Klassen immer wieder Szenenapplaus spendeten.

Es beginnt damit, dass sich die Schülerschar einen Kreis bildet, sich auf den Boden legt und jeder mit einem Stofftier im Arm friedlich entschlummert. Im Hintergrund läuft eine bekannte Queen-Nummer. Im Bühnen-Vordergrund steht ein großer Pappkarton – aus dem plötzlich ein äußerst cooler Typ steigt, der anschließend nach und nach beginnt, die übrigen dazu zu bewegen, so zu werden wie er. Das geht los mit dem Aufsetzen von Sonnenbrillen und weiter mit dem Einstudieren cooler Bewegungen und Tanz-Moves.

Der Theaterbesucher lernt dabei auch, dass es cool ist, einen Horrorfilm anzusehen, ohne Angst zu bekommen. Und dass man natürlich die richtige Sprache sprechen muss: Cola heißt bei coolen Jugendlichen „nachtschwarzer Magenätzer“.

Der Clou an der Inszenierung sind dann eingespielte Interviews, bei denen die Schüler Lehrer und andere ältere Menschen danach befragten, was sie in ihrer Jugend cool fanden. Barbie-Puppen, Levis-Jeans und die Backstreet Boys sind unter anderem als Antworten zu hören.

Am Ende erleidet der ach so coole Typ übrigens einen Rückschlag. Seine neuen Freunde sehnen sich alle wieder nach Normalität, geben nach und nach die Sonnenbrillen zurück und legen sich letztendlich mit Stofftier wieder auf den Boden. Nach einigen Minuten gesellt sich auch der Obercoole zu ihnen – nicht ohne sich vorher einen rosaroten Flamingo aus Plastik zu seinem Schlafgesellen aufgeblasen zu haben.

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