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Sie strebt auf Umwegen ins Pfarrersamt

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Cristina Burkert Vikarin der Jesus-Christus-Kirche
Cristina Burkert Vikarin der Jesus-Christus-Kirche © mm

Die evangelische Jesus-Christus-Kirche hat eine neue Vikarin. Mit Cristina Burkert ist eine Frau im Amt, die nicht den herkömmlichen Vikariats-Weg eingeschlagen hat. Sie hat im wahrsten Sinne des Wortes ihr Hobby zum Beruf gemacht und ist nun dabei, Pfarrerin zu werden.

Germering – Wer seit dem 1. September regelmäßig die Gottesdienste in der Kirche an der Hartstraße besucht, der wird das ein oder andere Mal schon einer Predigt von Cristina Burkert gelauscht haben. Die neue Frau in der Gemeinde ist Anwärterin auf den Pfarrersberuf und durchläuft derzeit das zweieinhalb Jahre dauernde Vikariat in Germering, ehe die Ordination ansteht und sie eine eigene Stelle als Pfarrerin antreten wird.

Burkert-Huber, wie die 40-Jährige eigentlich heißt, unterscheidet sich dabei ein wenig von anderen Vikaren. Diese sind während der Ausbildung in der Regel zwischen 25 und 32 Jahre alt. Dass Cristina Burkert älter als ihre Mitstreiter ist, liegt daran, dass sie beruflich bereits anderweitig tätig war. Nach der Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin in Passau hat Burkert Evangelische Theologie und Musikwissenschaft in Regensburg studiert. „Das Studium habe ich tatsächlich aus reinem Interesse gemacht. Ich finde Kirchenmusik und Liturgie spannend“, sagt sie.

Wegen eines beruflichen Wechsels nach München ist Cristina Burkert dann im Klinikum Großhadern gelandet. Dort hat sie mit großer Freude ehrenamtlich als Klinikseelsorgerin gearbeitet. „Das hat dazu geführt, dass ich es dann noch einmal wissen wollte und Volltheologie studiert habe“, erklärt die in Bayreuth geborene Burkert.

Keine leichte Aufgabe, da es sich um ein Vollzeitstudium handelt und Burkert nebenbei noch zwischen 50 und 70 Prozent gearbeitet hat. „Die Begegnungen mit Menschen in der Klinik und ihr entgegengebrachtes Vertrauen, mir ihre Nöte, Ängste und ihre Lebensgeschichte zu erzählen, damit ich sie nachher mit ins Gebet nehmen konnte, hat mich sehr erfüllt und mir immer wieder den Mut und den Antrieb gegeben, das Theologiestudium zu bewältigen. Ich hatte den Wunsch, das zu schaffen“, sagt die 40-Jährige.

Ein Wunsch, der womöglich schon früh in ihr schlummerte. Als Kind hat Cristina Burkert oft den Kindergottesdienst besucht und sich dort recht wohl gefühlt. Mit vier Jahren hat sie dann ihren Vater verloren. „Da habe ich mich im Kindergottesdienst gut aufgefangen gefühlt“, erinnert sie sich zurück. In der Jugendzeit konnte sie mit dem Glauben nicht mehr so viel anfangen. Erst wieder im jungen Erwachsenenalter hat sie zurückgefunden zur Kirche. Nun möchte sie Pfarrerin werden.

Seit September pendelt Burkert deshalb täglich von München nach Germering, um ihrem Job nachzugehen. Als Vikarin hat sie eine 48 Stundenwoche mit sechs Arbeitstagen. Denn zusätzlich zu den Tätigkeiten in der Gemeinde, also Seelsorge, Gottesdienste und Konfirmanden-Unterricht vorbereiten und halten, taufen und verheiraten, arbeitet Burkert als Lehrerin an der Kleinfeldschule. Das gehört ebenfalls zum Vikariat. Somit hat sie, zumindest zeitweise, denselben Beruf wie ihr Mann, der als katholischer Religionslehrer arbeitet. „Wir leben die Ökumene sozusagen auch zuhause“, scherzt Burkert.

In ihren freien Stunden genießt die 40-Jährige die Zeit mit ihrem Mann. Zusammen gehen sie gerne wandern, sie kocht gerne und spielt Cello und versucht sich immer wieder kreativ auszuleben. Bis jetzt hält sich die Freizeit allerdings in Grenzen, da sie sich noch an die neuen Arbeitsabläufe gewöhnen muss: „Ich arbeite oftmals dann, wenn andere frei haben.“

Der Einstieg in der Germeringer Kirchengemeinde war für Cristina Burkert aber ein gelungener. „Ich wurde in der Gemeinde sehr herzlich aufgenommen“, sagt sie. Nun freue sie sich auf alle kommenden Aufgaben und Begegnungen mit den Menschen der Jesus-Christus-Kirche. (CHRISTOPH RIEGEL)

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