Und los geht’s: Andreas Drechsler und Sohn Maximilian starten die Messfahrt auf dem leeren Volksfestplatz.

Germering

Sie suchen Altlasten unterm Volksfestplatz

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Normalerweise ist Andreas Drechsler mit seiner Firma Geolog mit gefährlicheren Dingen beschäftigt: Er entschärft Bomben und beseitigt Kampfmittel. Für die Stadt war er am Freitag in einem eher beschaulichen Einsatz: Drechsler untersuchte den Volksfestplatz mit Hilfe einer Spezialsonde auf mögliche Altlasten.

Germering – Volksfeste gibt es am großen Platz zwischen der Kleinfeldstraße und der Frühlingsstraße schon seit 2015 nicht mehr und wird es auch in Zukunft nicht mehr geben. Das hat der Stadtrat beschlossen. Stattdessen soll die große Asphaltwüste, die zurzeit vor allem als Dauerparkplatz für Fahrzeuge jeder Art missbraucht wird, umgestaltet und ökologisch aufgewertet werden. Das hört sich einfacher an, als es ist. Denn der Volksfestplatz war bis in die 1960er-Jahre eine Mülldeponie. Die Möglichkeit, dass im Boden unangenehme Altlasten schlummern ist also groß.

Um vor allzugroßen Überraschungen gefeit zu sein, beauftragte die Stadt den Starnberger Experten Andreas Drechsler und seine Firma Geolog mit einer so genannten geomagnetischen Bodenuntersuchung. Was man sich darunter vorstellen kann, erklärte Drechsler so: „Wir messen das Magnetfeld der Erde. Wenn Eisen im Boden ist, krümmt sich das Magnetfeld. Das können wir feststellen.“

Die Lage der alten Mülldeponie

Nach Eisen suche man vor allem deswegen, weil so die genaue Lage und Mächtigkeit der alten Mülldeponie festgestellt werden kann, erklärt Drechsler. Er hat dazu an ein umstrukturiertes Quad eine selbst entwickelte und gebaute Messsonde gehängt, die aussieht wie eine landwirtschaftliche Egge. Mit einer Geschwindigkeit von sieben bis elf Stundenkilometern fährt er so in rund zwei Stunden den ganzen Volksfestplatz ab. Die Ergebnisse werden digital aufgezeichnet –der Laptop dafür ist im hausgemachten Cockpit des Quads eingebaut. Die Auswertung der Ergebnisse wird ein bis zwei Tage dauern, erklärt der Experte, der bei seiner Messfahrt eine besondere Hilfe dabei hatte. Der zwölfjährige Maximilian stand dem Papa beiseite und genoss den Ferienausflug nach Germering sichtlich.

Alle Autos mussten weg

Dass Andreas und Maximilan Drechsler ihre Arbeit wie geplant um 8 Uhr beginnen konnten, war im Vorfeld übrigens nicht sicher. Denn notwendig war, dass alle abgestellten Fahrzeuge den Volksfestplatz verlassen hatten. Er selbst hätte nicht darauf gewettet, dass dies klappt, sagte Andreas Drechsler. Als er um 8 Uhr auf den Platz fuhr, sei aber tatsächlich nur noch ein Firmenanhänger störend da gestanden. Er habe aber ganz einfach die auf dem Anhänger stehende Telefonnummer angerufen – und innerhalb wenige Minuten sei der Besitzer da gewesen, habe sich entschuldigt und den Anhänger weggeschleppt.

Martina Karger, die seitens des städtischen Bauamts gemeinsam mit Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl die Untersuchung vorbereitet hatte, registrierte den leeren Platz ebenfalls mit ungläubigem Erstaunen. Die verteilten Handzettel, aufgestellten Hinweise und Mitteilungen in der Zeitung hätten offensichtlich gewirkt, meinte sie. Schon um 7 Uhr, als die Polizei vor Ort kontrollierte, sei der Platz leer gewesen.

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