Frauenpower auf dem Podium: (v.l.) Simone Ketterl (Linke), Carmen Wegge (SPD), Martina Neubauer (Grüne) und Britta Hundesrügge (FDP) stellten sich den Fragen der Germeringer.
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Frauenpower auf dem Podium: (v.l.) Simone Ketterl (Linke), Carmen Wegge (SPD), Martina Neubauer (Grüne) und Britta Hundesrügge (FDP) stellten sich den Fragen der Germeringer.

Germering

Bundestagswahl-Debatte: Direktkandidatinnen wünschen sich jüngere Wähler

  • VonHans Kürzl
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Umweltschutz und seine Folgen für Wirtschaft und Zusammenleben: Das war das Kernthema einer Podiumsdiskussion, die von der Klimaschutzgruppe „Germering for future“ organisiert wurde. Doch die vier Direktkandidatinnen für die Bundestagswahl standen auch zu anderen Themen Rede und Antwort. In einem Fall sehr konkret.

Germering – „Das Wahlalter muss runter auf 14 Jahre.“ Für Simone Ketterl kann die aktive Beteiligung am politischen Geschehen nicht früh genug beginnen. Diese Meinung der Linken-Kandidatin für den Wahlkreis Starnberg-Landsberg-Germering war eine der markantesten Äußerungen im gut gefüllten Saal der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche. Ansonsten bekamen die Besucher oft bekannte Positionen zu hören, denen angesichts der Teilnehmerliste der politische Kontrast fehlte.

Bundestagswahl 2021 in Fürstenfeldbruck: Kandidatinnen wünschen sich jüngere Wähler

Die Organisatoren hatten die aktuell im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen – bis auf die AfD. Abwesend war außerdem Michael Kießling wegen des CSU-Parteitags in Nürnberg. So entstanden immer wieder Übereinstimmungen, die auch mögliche Berührungspunkte für Koalitionen verrieten – wie beim Wahlalter. Hier sprachen sich Britta Hundesrügge (FDP), Martina Neubauer (Grüne) und Carmen Wegge (SPD) für eine Absenkung aus: auf 16 Jahre.

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Neubauer zeigte sich zudem optimistisch, dass es bei der Bundestagswahl am 26. September eine höhere Beteiligung gebe. „Die Menschen haben erkannt, wie richtungsweisend die Wahl für den Klimaschutz ist.“

Bundestagswahl: Klimaschutz wird teuer

Hundesrügge rief dazu auf, das Wahlrecht, das ein hohes Gut sei, wahrzunehmen. Wegge sah zudem noch die Notwendigkeit, dass die Politiker grundsätzlich mehr auf die Bürger zugehen sollten. „Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass die Bürger zu uns kommen.“ Ketterl sprach sich außerdem dafür aus, lange in Deutschland lebende Ausländer ebenfalls zu den Wahlen zuzulassen.

Ketterl ließ außerdem aufhorchen, als sie anmerkte, dass man sich Fairtrade leisten können müsse. Sie verwies darauf, dass Corona die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter habe auseinandergehen lassen.

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Dem setzte Hundesrügge an anderer Stelle entgegen, dass man den Menschen ehrlich vermitteln müsse, dass Klimaschutz, zu dem auch Fairer Handel gehöre, teuer werde. Dennoch müsse man auf Windkraft und Solar setzen, fügte Neubauer hinzu. Wegge betonte die Bedeutung eines attraktiven Nahverkehrs und sprach sich noch für die Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken aus. Einig waren sich die vier Kandidatinnen darin, dass Klimaschutz nur in internationaler Zusammenarbeit gelingen könne. Auch ein so genannter Klimafonds, der finanzielle Folgen bei sozial Schwachen abfedern soll, fand in der Diskussion Erwähnung.

Bundestagswahl: Frauen fordern: Flächenversiegelung stoppen

Weitgehend einig war man sich außerdem in der Runde, dass der Wald an sich und dessen Vielfalt geschützt werden muss. Flächenversiegelung stoppen und Mischwälder fördern: Auch hier herrschte weitgehend Übereinstimmung bei den Vertreterinnen von Linken, Grünen und SPD. Hundesrügge wies noch auf den hohen Bedarf an Holz hin, das etwa als Baumaterial benötigt werde. Doch sie mahnte: „Holz ist nicht nur eine Ware, mit der man handelt, es hat für uns alle und die Natur einen Wert.“

Während der Podiumsdiskussion wurden die Kandidatinnen bei ihren Beiträgen immer wieder durch Zwischenrufe aus dem Publikum unterbrochen. Ohne dass Wortmeldungen folgten. Dies wurde von den Veranstaltern allerdings nicht konsequent unterbunden.

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