Was die Sportfreunde Stiller mit Germering zu tun haben, wird auf Wikipedia ausführlich beschrieben. Das Foto zeigt die Band vor einem Konzert in der Stadthalle im Jahr 2017 beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (v.l.): Peter Brugger, Rüdiger Linhof, Florian Weber, Oberbürgermeister Andreas Haas und Stadthallenleiterin Medea Schmitt.
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Was die Sportfreunde Stiller mit Germering zu tun haben, wird auf Wikipedia ausführlich beschrieben. Das Foto zeigt die Band vor einem Konzert in der Stadthalle im Jahr 2017 beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt (v.l.): Peter Brugger, Rüdiger Linhof, Florian Weber, Oberbürgermeister Andreas Haas und Stadthallenleiterin Medea Schmitt.

Online-Lexikon feiert Jubiläum

Germering auf Wikipedia: Nicht alles davon stimmte - Die Reaktion folgt prompt

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Das Internet-Lexikon Wikipedia kennt mittlerweile fast jeder. Vor rund 20 Jahren ging es online. Auch über Germering lässt sich dort einiges erfahren.

Update (24. Februar, 13.30 Uhr):

Die ehrenamtlichen Schreiber von Wikipedia haben sich nicht lumpen lassen und nach Veröffentlichung des Tagblatt-Artikels (siehe Ursprungsmeldung) den Fehler bezüglich der Stadthalle korrigiert. Der Autor mit dem Benutzernamen Polimorph schreibt: „Der Fehler im Wikipedia-Artikel zu Germering ist dank Ihres Hinweises im Artikel jetzt korrigiert.“ Den nun korrigierten Artikel gibt es hier.

Das war die Ursprungsmeldung (24. Februar 10.30 Uhr):

Germering – Das Wikipedia-Lexikon hat dem vor dem Siegeszug des Internets allgegenwärtigen Brockhaus den Rang abgelaufen – allen kritischen Stimmen zum Trotz, dass die Qualität der Beiträge nicht immer nachprüfbar sei. Denn die Autoren müssen nicht unbedingt Wissenschaftler sein. jeder kann sich bewerben und das Lexikon fortschreiben. Dass dabei einerseits Fehler unentdeckt bleiben, liegt auf der Hand. Andererseits erfährt man aber auch Dinge, die es in ein analoges Lexikon nicht geschafft hätten.

Die Geschichte der Stadt wird mit Hinweisen auf archäologische Funde aus der späten Jungsteinzeit beziehungsweise der frühen Bronzezeit eingeleitet. Auch ein bronzezeitliches Brandgrab und Siedlungsreste aus der Urnenfelderkultur werden erwähnt. Die Villa rustica mit Hypokaustum (Warmluftheizung) aus der Römerzeit und das Grab einer Germanin nahe der Augsburger Straße, das durch die Grabbeigaben identifiziert werden konnte, wird aufgelistet. Einen Hinweis gibt es zudem auf römische Ziegelbrennöfen, von denen einer an der Straße Richtung Alling, wenige Meter nach der Einmündung der Straße zum Germeringer See, besichtigt werden kann.

Die erste Erwähnung Germerings stammt aus dem Jahr 859

Vor 30 Jahren ist Germering zur Stadt erhoben worden. Das Foto zeigt den damaligen Bürgermeister Rudi Bay vor dem neuen Ortsschild. Der im jahr 2010 verstorbene Altbürgermeister und Ehrenbürger wird auf Wikipedia mehrmals vorgestellt.

Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung Germering als Kermaringon wird vom Online-Lexikon auf die Zeit zwischen 859 und 864 datiert.

Die kurze Beschreibung der neueren Geschichte der Stadt beginnt im Jahr 1818. Seit diesem Jahr gibt es die Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen. Im Zuge der Gemeindegebietsreform 1978 wurde aus den beiden selbstständigen Orten zunächst die Großgemeinde Germering. Bis zur Stadterhebung am 12. April 1991 war Germering die größte Gemeinde Bayerns ohne Stadt- oder Marktrecht. Die Ernennung Germerings zur Großen Kreisstadt im Jahr 2004 wird im Lexikon-Eintrag nicht erwähnt.

Dass Wikipedia ständig fortgeschrieben wird, sieht man an den Zahlen der Bevölkerungsentwicklung: Sie reicht bis ins Jahr 2020 und gibt korrekterweise 41 387 an. Auch die Ergebnisse der vergangenen Kommunalwahlen sind richtig verzeichnet – einschließlich der Tatsache, dass die Partei Die Linke keinen Sitz mehr hat, weil die gewählte Vertreterin Stefanie Lehenmeier zur SPD übergetreten ist.

Nicht alles an Germering-Infos auf Wikipedia stimmt

Unter dem Stichpunkt „Kultur und Sehenswürdigkeiten“ wird „die Stadthalle mit ihren kulturellen Einrichtungen wie Stadtbibliothek, Veranstaltungs- und Ausstellungsräumen sowie Gastronomie“ erwähnt – dass das Haus seit Mitte vergangenen Jahres keine Wirte mehr hat, ist bei den Wikipedia-Schreibern noch nicht angekommen. Dass die Stadtbibliothek keine Einrichtung der Stadthalle, sondern lediglich ein direkter Nachbar ist, zählt auch zu den kleinen Schludrigkeiten, die man im Internet-Lexikon immer wieder entdecken kann.

Ausführliche Informationen auf Baudenkmäler findet man auf einer Liste des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, auf die Wikipedia verweist. Von den Dorfkirchen St. Martin und St. Jakob über die Kapellen in Nebel und Streiflach und die Mariensäule bis hin zum Schulhaus an der Salzstraße werden hier alle Baudenkmäler ausführlich beschrieben und auch bebildert.

Zahlreiche Prominente kommen aus der Stadt

Achim Höppner hat bis zu seinem Tod im Jahr 2006 in Germering gelebt. Seine Frau war bis 2020 SPD-Stadträtin.

Unter der Überschrift Persönlichkeiten werden neben allen Ehrenbürgern auch „Söhne und Töchter der Stadt“ aufgezählt und Prominente erwähnt, die in Germering wohnen oder gewohnt haben. Mit einem Klick auf die einzelnen Personen erfährt man jeweils mehr. Zu finden sind unter den Söhnen und Töchtern unter anderem die Skifahrerinnen Kathi und Lena Dürr, deren Vater Peter Dürr, aber auch der langjährige Landtagsabgeordneten Sepp Dürr.

Hermann Parzinger wird natürlich ebenso erwähnt wie Peter Brugger – der Gitarrist und Sänger der Sportfreunde Stiller ist ein Germeringer. Die Rockband kommt auch im Punkt Kultur zur Sprache. Die Sportfreunde haben ihre Bandkarriere im Proberaum des Jugendzentrums Cordobar, das damals noch Knast hieß, begonnen. Weitere bekannte Germeringer sind laut Wikipedia unter anderem der Schriftsteller Walter Kolbenhoff, der Schauspieler und Synchronsprecher Achim Höppner, der Maler Heinz Braun und der Schlagersänger Gus Backus.

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Alle Nachrichten aus der Stadt Germering gibt es hier.

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