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So kann man die Stadt anders wahrnehmen

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Unterhalten sich auf den aufffällig roten Sitzgelegenheiten der Raumstation über die Situation der Unteren Bahnhofstraße (v.l., dann im Uhrzeigersinn): Lilly Seiler, Annika Weymann, Petra Tech, Pascal Luginger, Maximilian Kastens (Team Raumstation), Marlies Ströbl und Rudi Lobensteiner.	fotos: HAns kürzl
Unterhalten sich auf den aufffällig roten Sitzgelegenheiten der Raumstation über die Situation der Unteren Bahnhofstraße (v.l., dann im Uhrzeigersinn): Lilly Seiler, Annika Weymann, Petra Tech, Pascal Luginger, Maximilian Kastens (Team Raumstation), Marlies Ströbl und Rudi Lobensteiner. © hk

Noch bis zum Samstag, 14. Mai, läuft die Aktionswoche des Instituts für Wertschätzung. In Zusammenarbeit mit der Stadt will das Wiener „Kollektiv Raumstation“ die Untere Bahnhofstraße neu und vor allem anders entdecken.

Germering – „Der Blick nach oben ist schon abgefahren“, teilt Lilly Seiler mit, nachdem sie die Untere Bahnhofstraße durchstreift hat. Die Fassaden mit den vielen Eisenstreben, die Häuserfronten, das sei eine ebenso merkwürdige wie faszinierende Mischung. „Viel Glas, viel Spiegelung“, beschreibt sie ihre Eindrücke. Es sei erkennbar, dass hier gearbeitet und gewohnt werde. Lilly Seiler ist Mitglied der Planer vom „Kollektiv Raumstation“, hat Stadtforschung studiert und wirft nun als Ortsfremde einen Blick auf die recht lebhafte Straße. Im Workshop, der den Auftakt zur Aktionswoche bildet, hält sie die Teilnehmer an, „bewusst und anders auf die Straße zu sehen“.

So sieht auch Petra Tech, in der Stadt für Standortförderung zuständig und somit reichlich ortskundig, etwas, „was man im Alltag nicht so wahrnimmt“. Oberbürgermeister Andreas Haas lege viel Wert auf Sauberkeit, erzählt sie zunächst. Trotzdem entdeckt sie auf dem Boden Zigarettenstummel und das eine oder andere Bonbonpapier. Eine kurze Diskussion entsteht, ob mehr Papierkörbe sinnvoll sind. Zu einem abschließenden Ergebnis kommt die Runde nicht.

Wichtiger sind andere Erkenntnisse. Ein wenig zusätzliche Farbe könnte in der Unter Bahnhofstraße nicht schaden. Die bis zu diesem Wochenende in zwei Parkbuchten aufgebaute Raumstation ist ein gutes Beispiel. Signalrot gestaltet, fällt sie sofort ins Auge. „Da haben sich einige einfach so auf die Bank gesetzt. Die wollten gar nichts von uns, die wollten einfach nur ein paar Minuten Ruhe“, berichtet Planerin Seiler und schmunzelt dabei ein wenig. Denn es ergibt sich eine weitere Erkenntnis aus dieser beobachtung: Die Straße könnte durchaus die eine oder andere Ruhezone gut gebrauchen.

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Zwei andere Beobachtungen passen dazu: „Wenn gerade keine Autos vorbeikommen, könnte man hier beinahe noch gemütlich eine Bierbank aufstellen“, glaubt der städtische Klimaschutzbeauftragte Pascal Luginger. Der frühere Umweltbeirat Rudi Lobensteiner hat festgestellt, dass die Seitenstraßen fast schon wieder ein Ruhepol sind. „Wenn Du abgebogen bist, merkt man schon nach ein paar Metern kaum mehr etwas vom Straßenlärm.“

Alles Erkenntnisse, die einfließen könnten, wenn die Untere Bahnhofstraße einmal saniert wird. „Langfristig hat das die Stadt auf dem Schirm“, sagt Petra Tech. Einen Termin oder Zeitraum gebe es aber noch nicht. Trotzdem sei die Aktionswoche wegen der vielfältigen Erfahrungen, die man in dieser Zeit sammeln könne, sinnvoll, so Tech. Sie wird mit Geldern aus einem Sonderfonds „Innenstadt beleben“ unterstützt. Diese wiederum stammen aus Mitteln des Freistaats Bayern, die im Rahmen der Städtebauförderung vergeben werden.

Mit ins Boot für die Aktionswoche genommen wurden auch die Gewerbetreibenden. Es habe eine gute Bereitschaft gegeben, die Parkflächen zur Verfügung zu stellen, erklärte Tech.

Alle Informationen

und Programme sind auf der Website des „Kollektiv Raumstation“ zu finden: raumstation.org/germering.

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