Manuel Leupold berichtet von Erfolgen bei der Sprachförderung

Bericht des Integrationsbeauftragten

So lernen Flüchtlingskinder besser Deutsch

  • schließen

Seit zweieinhalb Jahren wird an den städtischen Schulen ein spezieller Deutschunterricht für Flüchtlingskinder mit sehr wenig bis gar keinen Sprachkenntnissen angeboten. Das Angebot hat sich aus Sicht des Integrationsbeauftragten Manuel Leupold mehr als bewährt.

Germering – Im Schuljahr 2015/16, als die Zahl der Flüchtlinge auch in Germering am höchsten war, wurde das Sprachförderprojekt an den Schulen installiert. Wie Manuel Leupold in seinem aktuellen Integrationsbericht mitteilt, erhalten seitdem an den fünf Grund- und Mittelschulen der Stadt in Kleingruppen nichtdeutsche Schüler einen speziellen Sprachunterricht. Dabei handelt es sich aber nicht nur um Flüchtlingskinder, auch der Nachwuchs von Zuwanderern aus dem EU-Gebiet ist hier vertreten.

Geleistet wird der Unterricht von ehemaligen Lehrern, aber auch von Aktiven, die dies zeitlich schaffen. Finanziert wird das seit 2015 laufende Projekt über eine Kooperation mit dem Landratsamt, das Mittel aus dem Bundes-Teilhabe- Gesetz zur Verfügung stellt. Außerdem gibt es Zuschüsse seitens der Edeltraud-Haberle-Stiftung.

Der Förderunterricht war von Anfang an als Ergänzung zu den bestehenden Übergangsklassen gedacht, die den Bedarf nicht mehr abdecken konnten. Das Feedback von den Schulen war laut Leupold bislang durchgehend positiv, da die zusätzlichen Lehrkräfte auch eine wichtige Mittlerfunktion einnehmen.

Kerschensteiner Schule

An der Kerschensteiner Schule werden aktuell drei Kleingruppen unterrichtet. Eine vierte ist in Planung. In einer Gruppe lernen Dritt- und Viertklässler, zwei Gruppen sind mit Siebt- und Achtklässlern besetzt. Erklärtes Ziel der Älteren ist es laut Leupold, die Mittlere Reife zu schaffen. Die betreuten Schüler kommen aus Afghanistan, Syrien, Griechenland, Spanien, Kroatien oder Polen.

Kleinfeldschule

An der Kleinfeldschule werden Erst- bis Viertklässler von einer zusätzlichen Lehrkraft betreut. Hier sind Kinder mit kosovarischen und kroatischen Wurzeln sehr stark vertreten. Die Förderung hat sich aus Sicht von Leupold schon bezahlt gemacht: „Je nach Begabung lassen sich sukzessive Leistungssteigerungen beobachten.“

Wittelsbacher Schule

An der Wittelsbacher Schule sind zwei Lehrkräfte für den Förderunterricht tätig. Eine der beiden leitet mittlerweile auch noch die dortige Übergangsklasse (Ü-Klasse). Sie betreut eine Gruppe mit sechs Kindern aus den 5. und 6. Klassen, die nicht über die Möglichkeit verfügen, eine Ü-Klasse zu besuchen, aber externe Unterstützung benötigen. Ziel ist es, diese Schüler, die aus so unterschiedlichen Ländern wie Bulgarien, dem Irak oder Syrien kommen, fit für die Regelklasse zu machen.

Die andere Lehrkraft setzt einen Schwerpunkt auf so genannte Alphabetisierungsmaßnahmen, sprich: Sie bringt ihnen lesen und schreiben bei. Die Schüler kommen vor allem aus Afghanistan, dem Irak und Syrien. Der Erfolg des Unterrichts ist Leupold zufolge deutlich: „Die meisten der betreuten Schüler konnten am Ende des Schuljahres lesen und schreiben.“ Der einzige, der sich schwer tat, erhielt anschließend noch eine spezielle Förderung und konnte sich dabei stark verbessern.

Theresenschule

In der Theresen-Grundschule sind in den vergangenen zwei Schuljahren sieben Gruppen betreut worden. Die Kinder kamen aus Weißrussland, Russland, der Ukraine, Rumänien, Japan, Bulgarien, Syrien, dem Irak, Griechenland, Polen, den USA und Afghanistan. Es waren jeweils vier bis maximal acht Kinder, die pro Woche drei Stunden gefördert wurden. Große Fortschritte erzielte Leupold zufolge eine spezielle Fördergruppe von motivierten Kindern, die schließlich aus der Übergangsklasse in die Regelklasse wechseln konnten.

Kirchenschule

In der Kirchenschule werden Kinder aus so unterschiedlichen Ländern wie Thailand, Afghanistan, Italien, verschiedenen afrikanischen Staaten, Albanien, Ru-mänien, Kroatien, Ungarn, der Türkei und dem Kosovo nach einem festen Stundenplan unterrichtet. Seit rund einem Jahr ist eine neue Lehrkraft dafür zuständig, die erstaunliche Erfolge vorweisen kann. Leupold: „Immer wie-der bestätigen die Klassenleiterinnen, dass die Schüler nach der gezielten Förderung im Einzelunterricht oder in Kleingruppen viel besser dem allgemeinen Unterrichtsgeschehen folgen können.“ Sie hätten sich teilweise um bis zu zwei Noten verbessert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Lachen macht das Bauernleben leichter
Trotz ernster Themen herrschte beim Kreisbauerntag im Mammendorfer Bürgerhaus beste Stimmung: Rund 200 Landwirte und viele Politiker waren gekommen, um die Rede von …
Lachen macht das Bauernleben leichter
69-Jähriger bei Unfall schwer verletzt - Polizei hilft mit herzergreifender Tat
Bei einem Unfall am Freitagmittag ist ein 69-Jähriger schwer verletzt worden. In dem Auto des Mannes fanden Polizisten und Helfer zwei Hunde. Die Beamten reagierten mit …
69-Jähriger bei Unfall schwer verletzt - Polizei hilft mit herzergreifender Tat
Kalender zu Grafraths Wirtschaften
13 Wirtschaften und Cafés hat Archivarin Christel Hiltmann für Grafrath nachweisen können. Sie fand also passend für den neuen Ortskalender für jeden Monat und das …
Kalender zu Grafraths Wirtschaften
Gaudi-Kunst im öffentlichen Raum: Das ist Hörbachs erster Zebrastreifen
Das schönste Dorf Oberbayerns war Hörbach schon einmal, jetzt gibt es dort sogar etwas, was normalerweise nur in Städten oder größeren Gemeinden mit viel Verkehr üblich …
Gaudi-Kunst im öffentlichen Raum: Das ist Hörbachs erster Zebrastreifen

Kommentare