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Die vor allem von Diesel-Fahrzeugen ausgehende Belastung der Luft mit Stickoxiden wird in Kürze flächendeckend im Stadtgebiet gemessen. Eine erste und einzige Untersuchung an der Kerschensteiner Straße hat gezeigt: Auch an einer wenig befahrenen Straße ist die Qualität der Luft nicht mehr gut. 

Messungen

So viel Stickoxid verpestet die Stadtluft

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat im Februar mit privaten Unterstützern deutschlandweit die Stickoxidbelastung in Städten gemessen. Germering war mit einer Stelle vertreten. An der Kerschensteiner Straße wurden Werte festgestellt, die ein „Gut“ knapp verfehlen. Die Stadt plant jetzt eigene Langzeitmessungen.

GermeringIm Januar hat die DUH öffentlich dazu aufgerufen, sich an flächendeckenden Stickoxid-Messungen zu beteiligen. Der Germeringer Rudolf Lobensteiner meldete sich und bot seine Mithilfe an. Die DUH schickte ihm einen Messkasten, mit zwei Röhren, den er an der Bushaltestelle südlich der Kerschensteiner Mittelschule aufhängte: Thomas Wieser vom Sachgebiet Umweltschutz im Bauamt und Stadtwerkechef Roland Schmid waren eingeweiht und segneten die Aktion ab. Lobensteiner warb in seinem Bekanntenkreis zwar noch für weitere Teilnehmer. Er blieb letztlich aber der einzige, der eine Messstation im Stadtgebiet einrichtete und überwachte.

Die Ergebnisse wurden jetzt von der DUH veröffentlicht. Insgesamt wurde an 559 Stellen im Bundesgebiet die Belastung der Luft mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid (NO2) gemessen. Ergebnis laut DUH: „An 89 Prozent der Messstellen ist zu viel NO2 in der Luft. An 67 bisher unbekannten Messstellen wird sogar der amtliche Grenzwert von 40 Mikrogramm/Kubikmeter (µg/m³) überschritten.“

Die Messung an der Kerschensteinerstraße ergab einen Wert von 22,2 Mikrogramm. Das liegt knapp über der Schwelle von 20 µg/m³, ab der die Luftqualität nicht mehr als gut eingestuft wird. Zum Vergleich: An stark belasteten Stellen in München werden auch Werte von über 60 µg/m³ festgestellt.

Thomas Wieser verweist allerdings auf die mangelnde Aussagekraft bei nur einer Messstelle. An der Kerschensteinerstraße seien zwar durchaus viele Busse unterwegs. Aber seiner Meinung nach gibt es in Germering Straßen mit deutlich mehr Belastung. Er denke dabei an den Kleinen Stachus, an die Spange und an die Landsberger Straße.

Die Stadt plant deswegen noch heuer eine großflächige Messaktion, die über ein ganzes Jahr andauern soll. Eine Münchner Firma, die darauf spezialisiert ist, soll damit beauftragt werden. Die Mitglieder des Umweltausschusses werden bei ihrer nächsten Sitzung am 10. April darüber beraten. Insgesamt sind zehn Messstellen geplant. Wieser: „In einem Jahr werden wir schlauer sein.“

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