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So will die Stadt den Radverkehr verbessern

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Von: Klaus Greif

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Beispielfoto © Andrea Jaksch

Die ersten konkreten Pläne für eine durchgehende Fahrradverbindung nördlich der Landsberger Straße sind im Bauausschuss überwiegend positiv beurteilt worden. Es gab aber auch Kritik – unter anderem an der geplanten Schließung des südlichen Wirtschaftsweg für Autos auf Höhe der Oberen Bahnhofstraße.

Germering – Planer Thiemo Graf vom „Institut für innovative Städte“ (i.n.s.) präsentierte im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss eine Lösung für die Optimierung des Radverkehrs auf einem ersten Teilabschnitt nördlich der Landsberger Straße. Die Pläne für den Bereich zwischen der Unteren Bahnhofstraße und kurz vor dem Kreisverkehr an der Salzstraße sind gemeinsam mit Germeringern entstanden, die sich seit Juni an einer Planungswerkstatt beteiligten.

Ziel war laut Graf, dass die Radler hier künftig im Gegenverkehr durchgehend und sicher fahren können. Um dies zu erreichen, ist vor allem ein Umbau der beiden Knotenpunkte Untere- und Obere Bahnhofstraße notwendig.

Obere Bahnhofstraße

Die Einmündung der Oberen Bahnhof- in die Landsberger Straße würde Graf als erstes in Angriff nehmen. Nach einer längeren Ortsbesichtigung und Zählung des Verkehrs sei klar geworden, dass für Radfahrer aber auch Fußgänger vor allem die Nord-Süd-Relation wichtig sei. Es ist der Weg vom und zum Bahnhof. Dabei sei die Situation vor allem auf der Südseite sehr unübersichtlich und auch gefährlich wegen der Autos, die von der Landsberger Straße aus dort einbiegen. Eine Sperrung dieser Zufahrt ist aus Sicht der Planer unbedingt notwendig. Dies habe auch den positiven Effekt, dass die Kapazität des Knotenpunkts verbessert werde.

Notwendig sei aber auch die Einbeziehung der von West nach Ost und umgekehrt fahrenden Radler in die Ampelanlage. Weil die bestehende Signalanlage sanierungsbedürftig sei, biete sich eine komplette Neuplanung mit eigenen Fahrradampeln an.

Untere Bahnhofstraße

Die Kreuzung Untere Bahnhof-/Landsberger Straße müsste aus Sicht der Planer ebenfalls komplett umgebaut werden. Ziel sei eine geschützte Kreuzung, bei der die Radler in beide Richtungen fahren könnten, ohne Autofahrern in die Quere zu kommen. Möglich wäre dies durch eine geänderte Ampelschaltung. Allerdings müsste die bestehende Zufahrt für Autos von der Landsberger Straße aus zum Parkplatz der Volksbank und zur Goethestraße geschlossen werden.

Der Radweg auf dem Wirtschaftsweg soll durchgehend rot asphaltiert werden. Um Platz zu schaffen, sollen künftig Längsparkplätze entlang des Weges ausgewiesen werden – allerdings im Vergleich zum jetzt nicht regulierten Angebot um die Hälfte weniger.

Thiemo Graf legte auch schon eine erste Kostenschätzung vor: Die Erneuerungen an der Oberen Bahnhofstraße würden inklusive der Gestaltung des Weges selbst rund 548 000 Euro kosten. Für den Knoten Untere Bahnhofstraße, der allerdings erst später an der Reihe wäre, seien nochmals rund 415 000 Euro fällig.

Diskussion

In einer ausführlichen Diskussion wurden vor allem die vorgesehenen Schließungen der Zufahrten zu den Wirtschaftswegen kritisch gesehen. Gabriele Off-Nesselhauf (CSU) protestierte gegen das Abhängen des Weges gegenüber der Oberen Bahnhofstraße. Bewohner des Altdorfes hätten dann ein Problem, schnell zum Bahnhof zu kommen.

Kathrin Schmidt (CSU) hatte eher Sorge, dass dann der Einzelhandel am Wirtschaftsweg, vor allem das Möbelhaus Grollmus, nur mehr schwer erreichbar sei. Auf der Nordseite wären nach Rückbau der Zufahrt vor der VR-Bank ein Restaurant und ein Pflegedienst betroffen.

Wolfgang Andre (CSU) äußerte sich trotz dieser kritischen Punkte rundum zufrieden: „Das ist sehr gut ausgearbeitet. Es gibt kaum was zu ändern.“ Dem schloss sich Hadi Roidl (Grüne) ausdrücklich an.

Robert Baumgartner (SPD) regte vor einer endgültigen Entscheidung noch eine ausführliche Ortsbesichtignung an. Oberbürgermeister Andreas Haas sah dies auch so. Angesichts der noch offenen Fragen wegen der Schließung der Wirtschaftswege an den zwei Punkten forderte er vor einer Entscheidung weitere Untersuchungen: „Das sollte man sich noch einmal ansehen.“

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