Für lange Mitarbeit geehrt wurden (v.l.) Brigitte Gladeck, Gotthard Ost, Heidi Hanel, Doris Eberl, Brigitte Weidlich, Moni Prommer, Annette Friedel, Christine Verwagner, Irene K üsel-Schmidt, Otti Zahn und Sonja Thiele.

In Germering

Sozialdienst: Ambulante Pflege als Zugpferd

Der Sozialdienst hat im Jubiläumsjahr 2017, dem 50. seines Bestehens, gut gewirtschaftet. Vorstand Georg Sedlmeier berichtete bei der Jahresversammlung von einem finanziellen Plus in Höhe von rund 3100 Euro. Das ist vor allem gestiegenen Einnahmen bei der Krankenpflege zu verdanken.

Germering – Das vergangene Jahr war aus Sicht von Sedlmeier für den Sozialdienst sehr arbeitsintensiv. Wie alle anderen Einrichtungen im Pflegebereich habe man Probleme bei der Personalgewinnung gehabt. Der gute Ruf des Sozialdiensts habe aber immerhin dafür gesorgt, dass man mit der Situation besser zurecht gekommen sei.

Das Ressort Ambulante Pflege ist laut Sedlmeier traditionell das größte unter den 36 Bereichen des Sozialdienstes. Die auf rund 850 000 Euro gestiegenen Einnahmen seien notwendig, um andere defizitäre Bereiche weiter anbieten zu können. Als Beispiel nannte er die Angebote für an Demenz Erkrankte.

Diesen inneren Ausgleich mache der Sozialdienst ganz bewusst: „Wir sind ein gemeinnütziger Verein und haben keine Gewinnerzielungsabsicht.“ Um das ganze Spektrum des Hilfsangebots weiter anbieten zu können, sei man aber auch immer auf Spenden oder Erbschaften angewiesen.

Insgesamt hat der Sozialdienst im Vorjahr Einnahmen in Höhe von 2,6 Millionen Euro erzielt. Die größten Erträge neben der Pflege sind Zuschüsse in Höhe von 446 000 Euro, Essen auf Rädern (220 000 Euro) und Tagespflege (216 000 Euro)

Im Rückblick auf die Feiern zum 50-jährigen Bestehen erinnerte Sedlmeier daran, dass man diese bewusst zweigeteilt habe. Es gab zunächst einen offiziellen Festakt im Amadeussaal der Stadthalle. Das traditionelle Sommerfest für alle Mitarbeiter wurde dann in ein Herbstfest zum Jubiläum verwandelt. All das, so Sedlmeier, habe einen enormen Arbeitsaufwand für die Helfer bedeutet. Insgesamt waren für den Sozialdienst im vergangenen Jahr 322 Mitarbeiter im Einsatz.

Teurer Datenschutz

Das neue Jahr ist laut Georg Sedlmeier für den Sozialdienst gut angelaufen. Unter anderem habe man das Sozial-Kaufhaus Schiki-Miki des Vereins Aufrechter Gang in der Otto-Wagner-Straße übernommen und führe es unter dem neuen Namen „schick & schee“ als Kleiderkammer weiter. Der Sozialdienst versorge jetzt also über die Tafel und die Kleiderkammer Bedürftige mit Essen und mit Bekleidung. Der Sozialdienstchef berichtete aber auch über eine negative Entwicklung, die er nicht verstehen könne. Es handelt sich um die Auswirkungen der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

 Die habe unter anderem für die Germeringer Tafel einen unglaublich hohen Aufwand gebracht. Die 1000 Ausweise, die die Tafel an Bedürftige ausgegeben habe, um ihre Berechtigung als Tafelkunden anzuerkennen, haben zurück genommen werden müssen. Auf ihnen standen Namen und Adresse der Bedürftigen – ein Verstoß gegen die neue DSGVO. Man habe neue anonymisierte Ausweise drucken lassen und ausgegeben. Insgesamt habe der Sozialdienst wegen der Verordnung Kosten von rund 10 000 Euro gehabt. Sedlmeier: „Und das in einem Bereich, in dem man Menschen etwas Gutes tun will.“ Das Resümee des Rechtsanwaltes: „Das mit dem Datenschutz war gut gemeint. Hier hat man aber das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.“

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