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Spannende Radionacht in der Bibliothek

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Geheimnisvolle Atmosphäre: Gespannt lauschten die Kinder in dem aufgebauten Zelt den immer wieder eingeblendeten Radioübertragungen. © Kürzl

Zum zwölften Mal haben die Kinder-Programme der ARD-Rundfunkanstalten eine Radionacht gesendet. Die Stadtbibliothek hat sich mit einem eigenen kreativen Programm für Kinder zwischen acht und zehn Jahren daran angeschlossen.

GermeringEs braucht nicht viel für ein paar spannende Radiostunden, wenn sie in die Nacht hineingehen. Laptop vorbereiten, Knabberzeug und Getränke bereithalten, Höhle aufbauen, Radiolautsprecher auf Empfang und dazu noch eine schwarze Decke. Katja Beese, Lena Christiansen und Veronika Stöckl fühlen sich mit dieser To-Do-Liste jedenfallls gerüstet für die zwölfte ARD-Kinderradionacht, die heuer unter dem Motto „Superheldenhaft – die ARD-Radionacht mit Superkräften“ stand. Dort sind Reportagen, Hörspiele und Geschichten von Helden aus dem Alltag eingeplant.

15 Kinder belohnen die Mühen des Bibliotheks-Trios erst einmal mit aufgeregtem Toben, lautem Plappern und viel Lachen. Die Vorfreude auf die 225 Minuten in der Stadtbibliothek ist bei allen spürbar, fast greifbar und vor allem sehr deutlich hörbar. Doch die Bibliothekarinnen wissen genau, wie man die Kinder einbremst und zum Zuhören bringt – ohne sie zu langweilen.

„Ich bin der Sebastian und ich bringe eine Schildkröte mit“, fängt ein Kind an. Das nächste beginnt mit diesem Satz und hängt seinen Namen mit seinem imaginären Mitbringsel an. Die Kette der Namen wird immer länger. Fehler werden nicht krumm genommen, vielmehr sorgen sie für Lacher in den Reihen der Kinder. Spielerisch ist zumindest halbwegs Konzentration geschaffen – für das, was die ARD-Radiomacher für die Kinder der ganzen Republik auf Lager haben.

Große Augen erst einmal bei den Mädchen und Buben, als die Radiomoderatorin Mona Ameziane erzählt, dass auch Kinder in Australien zuhören und es für die wegen der Zeitverschiebung ein Radiomorgen ist.

Doch dann klingt aus dem Lautsprecher die Geschichte von dem Schurken aus dem Mixer – und von Filo, der eine Maschine erfunden hat, die Superkräfte verleihen soll. Ab und zu muss das Bibliothekstrio schon noch um mehr Ruhe bitten. Denn so laut, wie sich mancher Zehnjährige die Playlists von YouTube und Co. auf die Kopfhörer gibt, ist das Hörspiel ganz bewusst nicht eingestellt. Veronika Stöckl, Leiterin der Kinder- und Jugendbücherabteilung, erklärt: „Wir wollen erreichen, dass alle miteinander zuhören.“

Der Spannungsbogen zwischen den vier Teilen, den die Radiomacher setzen, nutzen auch Beese, Christiansen und Stöckl. So werden kleine Helden im wahren Sinn des Wortes gebastelt oder auf dem Tablet selbst erfundene kreiert. Ein Quiz testet das Wissen über Helden wie Hulk, Thor oder Spiderman. „Da wird bestimmt keinem langweilig“, ist sich Stöckl zu Beginn der Radionacht aus Erfahrung sicher. Und sie sieht sich mit dem Verlauf der Nacht bestätigt. „Abholung durch die Eltern“ steht für 23.45 Uhr auf dem Programmablauf. Müde ist da keines der Kinder. Alle sind bereit, die Nacht mit dem Radio bis zu deren Ende um 1 Uhr zu verfolgen.

Für die Kinder in Australien ist aus der Radionacht mittlerweile ein Radiomittag geworden. Sie haben gelernt, dass Kinder Superhelden sein können, indem sie sich verkleiden und sich in ferne Welten träumen. Und dass es manchmal gar nicht viel braucht, ein Held zu sein. Der Gedanke verbindet sie mit den Kindern in Germering, die heldenhaft hineintauchen in die Nacht – nach spannenden Radiostunden, für die es nicht mehr gebraucht hat als eine Höhle und Zuhören mit ein paar Salzstangen in der Hand.

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