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Kinderkrankheiten nach Filialschließung

Sparkassenkunden ziehen Geld in der Tanke

Seit rund zwei Wochen ist die Sparkassenfiliale an der Oberen Bahnhofstraße geschlossen. Am Bahnhof Harthaus gibt es nur noch eine Servicestation, die zudem reichlich verschmutzt ist. Die Kunden sind verärgert.

Germering– Einige Kunden hat die Information über die Schließung der beiden Sparkassenfilialen offenbar nicht erreicht. Denn immer wieder stehen Leute fassungslos vor der ehemaligen Zweigstelle an der Oberen Bahnhofstraße. Ein großes Schild an der Tür informiert sie darüber, dass Geldabhebungen künftig am Automaten in der Tankstelle gegenüber möglich sind. Eine persönliche Beratung gibt es nur noch in den Filialen am Kleinen Stachus und im Einkaufszentrum GEP an der Münchner Straße.

„Wir haben in den Filialen frühzeitig Hinweise ausgehängt“, sagt Klaus Knörr, Vorstandsvorsitzender des Geldinstituts. Die Kunden seien zudem schriftlich informiert worden. Ausschließen wollte er gegenüber dem Münchner Merkur nicht, dass es dabei die ein oder andere Lücke in der Kommunikation gab. Dabei handle es sich aber um Einzelfälle. Insgesamt sei die Überleitung reibungslos gelaufen.

An der Oberen Bahnhofstraße gibt es Geld aus dem Automaten jetzt in der Allguth-Tankstelle. Nicht jeder Kunde fand den Automaten dort auf Anhieb. Er steht etwas versteckt im hinteren linken Eck des Verkaufsraumes. „Eigentlich wollten wir ihn erst am Eingang installieren“, sagt Pächter André Dirnberger. Davon sei man abgekommen, um die Privatsphäre zu schützen. „Schließlich müssen die Leute dort ihre PIN-Nummer eingeben.“

Oft kämen Menschen auch nur zum Geldabheben in die Tankstelle. Zu Beginn sei er auch oft gefragt worden, wo sich der Automat befindet. „Wir haben es irgendwann schon am Blick erkannt, ob einer den Geldautomaten sucht“, sagt der Tankstellenpächter. Mittlerweile weise ein Schild auf das Gerät hin.

Gerne hätte Dirnberger auch Kontoauszugs-Drucker und Einzahlautomaten installieren lassen. „Der Platz dafür wäre da.“ Doch die Sparkasse kommt laut Knörr immer mehr davon ab, neue Drucker aufzustellen. Diese würden immer weniger genutzt. „Viele Kunden lassen sich ihre Auszüge online in ihrem E-Postfach bei der Sparkasse bereitstellen“, sagt Knörr. Dieses Angebot möchte das Kreditinstitut zu Lasten weiterer Auszugsdrucker gerne ausweiten. „Das ist die Zukunft“, sagt Knörr.

Bankkunden, die eine persönliche Beratung wünschen, gehen nun vermehrt in die Filiale am Kleinen Stachus. „Zeitweise haben wir definitiv mehr Kundenverkehr“, sagt Geschäftsstellen-Leiterin Karina Brauer-Mack. Das Feedback der Kunden sei weitgehend positiv.

Lediglich der eine oder andere würde die Schließung seiner gewohnten Filiale mal etwas kritischer kommentieren. „Auf der anderen Seite hatten wir davor schon Kunden, die uns gefragt haben, warum wir uns in Germering den Luxus von vier Filialen leisten?“

Die Grundversorgung sei ohnehin durch die Selbstbedienungs-Stationen (SB-Stationen) gedeckt, erklärt Knörr. Doch am Bahnhof Harthaus ist der Raum, in dem die Geräte stehen, mittlerweile ziemlich schmuddelig. Gebrauchte Papiertaschentücher, Bonbonpapierchen und mehr hat sich am Boden angesammelt. Das dürfte laut Knörr eigentlich nicht passieren. „Die Selbstbedienungs-Stationen werden regelmäßig von Geldtransportern angefahren, die uns mitteilen sollen, wenn etwas nicht in Ordnung ist.“ Warum das am Bahnhof nicht passiert sei, könne er sich nicht erklären.

Nicht mehr möglich ist es, bei der SB-Station Überweisungsformulare einzuwerfen. Der Briefkastenschlitz wurde zugeklebt. „Es kann nicht gewährleistet werden, dass geltende Fristen für die Überweisungen eingehalten werden können“, erklärt Geschäftsstellen-Leiterin Karina Brauer-Mack. Auch hier bleibt dann nur der Gang in die Filiale oder zu einem SB-Überweisungsautomaten. (ad)

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