Carmen Wegge (SPD) will in den Bundestag.
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Carmen Wegge (SPD) will in den Bundestag.

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SPD-Kandidatin für Germering: Sie will an 3000 Haustüren klingeln

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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Als Direktkandiatin der SPD hat Carmen Wegge zwar nicht die besten Chancen auf den Einzug in den Bundestag. Bei einem guten SPD-Ergebnis könnte sie ihren Traum aber doch verwirklichen und über die Liste nach Berlin kommen. Wie sie das ermöglichen möchte, erklärte sie jetzt in einem Gespräch.

Germering - Der Wahlkampf war bislang stark von Corona geprägt. Die früher üblichen Veranstaltungen waren nicht möglich. Stattdessen waren neue Wege gefragt. Carmen Wegge setzte hier bislang mehr als ihre Mitbewerber der anderen Parteien ganz stark auf Online-Veranstaltungen. Und die sind überwiegend ganz gut gelaufen, erzählt sie.

Jetzt, sechs Wochen vor der Wahl, wird die Werbung wieder etwas analoger. Vor dem Gespräch, zu dem sie ins Café Zenja geladen hatte, stellte Carmen Wegge sich am SPD-Infostand den Fragen der Bürger. Dabei sei sie immer wieder erstaunt gewesen, von wie vielen Menschen sie schon erkannt werde, erzählt sie. Das liege mit Sicherheit am Ortsverband, der schon seit Wochen fleißig plakatiert habe.

Eines der Plakate zeigt Carmen Wegge mit einem bekannten Germeringer Stadtpolitiker der SPD. Der frühere Dritte Bürgermeister Helmut Ankenbrand ist neben ihr zu sehen und empfiehlt ihre Wahl. Dieses Format habe sich schon jetzt als sehr erfolgreich herausgestellt, erzählt Wegge. Sie hat es gemeinsam mit ihrem Wahlkampfmanager Felix Büchner ersonnen. Es werde von allen 23 Ortsvereinen im großen Wahlkreis mit jeweils anderen bekannten Ortspolikern angewandt.

Ortspolitiker der SPD spielen auch eine tragende Rolle in mehreren Videoclips, die Carmen Wegges Wahlkampfteam produzierte. Unter anderem ist hier Stadträtin Fereschte Erschadi-Zimmermann zu sehen, die erklärt, warum sie SPD wähle.

An Infoständen das Gespräch mit den Menschen zu suchen ist Wegge mindestens so wichtig wie eine andere Art der Kontaktaufnahme mit den Wählern: das Klingeln an der Haustür. Sie habe sich zum Ziel gesetzt, alleine in Germering bei 3000 Haushalten vor der Tür zu stehen und für sich und die SPD zu werben. Germering sei dafür die ideale Stadt, erklärt die 31-jährige Juristin, die einen großen Teil ihrer Jugend in Olching verbracht hat. Vor wenigen Tagen hat sie die Hochhäuser der früheren WWK-Siedlung abgeklappert und habe dabei durchweg gute Erfahrungen gemacht. Abgewiesen worden sei sie bisher noch nicht.

Neben diesen Instrumenten setzt die Mutter eines kleinen Kindes auf Flyer, auf Postkarten an die Erstwähler – und auf Poetry Slam. Das Vortragen selbst gedichteter Texte hat sie während des Studiums fast professionell betrieben. In dieser Woche beginnt sie deswegen auch noch eine Polit-Slam-Tour, die auch in Germering Halt machen soll. Es fehlt nur noch ein Veranstaltungsort.

Auf prominente Wahlkampfunterstützung musste Caemen Wegge bislang verzichten. Das wird sich ändern. Am Freitag, 3. September, wird Saskia Esken, mit Norbert Walter Borjans Bundesvorsitzende der SPD, nach Germering kommen und unter anderen die Kinderkrippe der AWO besuchen. Der thematische Hintergrund dieses Besuchs ist die Vorstellung eines Hilfsprogramms für Jugendliche, die besonders stark unter Corona gelitten haben. kg

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