Die Germeringer Harfe soll abgerissen und an selber Stelle durch ein deutlich größeres Bauwerk ersetzt werden. Dagegen wehrt sich die SPD.
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Die Germeringer Harfe soll abgerissen und an selber Stelle durch ein deutlich größeres Bauwerk ersetzt werden. Dagegen wehrt sich die SPD.

Grund: Ohne Hotel ist das Vorhaben zu groß

SPD lehnt neue Harfe ab

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die SPD erneuert ihre Kritik am geplanten Abriss und anschließendem Neubau der Germeringer Harfe. Weil entgegen der ursprünglichen Pläne kein Hotel mehr vorgesehen ist, sollte das Baurecht nicht massiv vergrößert werden.

Germering – Die Germeringer Harfe ist noch keine 30 Jahre alt und soll schon abgerissen werden. Dem Neubauprojekt des Eigentümers Rock Capitol hat der Stadtrat schon vor drei Jahren zugestimmt. Ein Bebauungsplanverfahren wurde eingeleitet. Als im April der Bauwerber seine aktuellen Pläne vorstellte, kam vor allem von seiten der SPD heftige Kritik auf. Die geplante Verdreifachung der aktuellen Geschossfläche sei zu viel, meinte Fraktionssprecher Daniel Liebetruth.

Die Orts-SPD nimmt diese Kritik nun auf und fordert: „Die Stadthalle muss in der Germeringer Innenstadt das prägende Gebäude bleiben.“ Der Neubau würde mit einer Höhe von 25 Metern und zusätzlich bis zu vier Metern Dachaufbauten sehr dominant.

Die Steigerung des Baurechts war aus Sicht der SPD vor drei jahren nur gebilligt worden, weil der Investor auf Wunsch der Stadt ein Hotel unterbringen wollte. Nachdem das Hotel nicht mehr geplant sei, und es auch fraglich ist, ob angesichts der Eröffnung des Hotels Amper überhaupt ein weiteres Hotel in der Innenstadt benötigt würde, gibt es für die SPD keinen Grund mehr, das Baurecht so massiv zu vergrößern.

Die SPD weist darauf hin, dass auch ein Studentenwohnheim auf dem Parkplatz neben der City-Galerie offensichtlich den Planungen zum Opfer gefallen sei. Dieses sei dem Stadtrat von den Investoren bei der ersten Präsentation der Pläne im Juli 2018 in Aussicht gestellt worden. Nun sollen dort stattdessen Büros untergebracht werden, ärgert sich Daniel Liebetruth.

Kritisch sieht die SPD auch die Verkehrssituation. Angesichts der bereits jetzt sehr beengten Situation in der Gabriele-Münter-Straße und der unübersichtlichen Situation am Kreisverkehr sei eine weitere Zunahme von Anlieferverkehr kaum vorstellbar. Die SPD befürchtet einen vermehrten Schleichverkehr und starke Belastung der Anwohner am Geschwister-Scholl-Ring. Außerdem müssten Barrierefreiheit und Platz für sicheren Radverkehr sichergestellt werden.

Die SPD wiederholt zudem ihre Kritik aus dem Bauausschuss, dass der Abriss eine immense Vernichtung so genannter grauer Energie bedeute – graue Energie ist die Energie, die man zur Herstellung eines Produkts, also auch eines Gebäudes, aufwenden muss. Diese Vernichtung müsse durch Betonrecycling und besonders klimaschonende Bauweise beim Neubau berücksichtigt werden.

Im Übrigen wiederholen die Sozialdemokraten ihre Forderung, dass bei so schwerwiegenden Entscheidungen die Bürger aktuell beteiligt werden sollen. Entsprechende Beteiligungsformate zur Entwicklung des Stadtzentrums lägen mittlerweile beinahe zehn Jahre zurück.

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